| Genre | Ego-Shooter |
| Spieler | 1-12 (online) |
Auf Wii gibt es nicht gerade viele Shooter, obwohl die Konsole geradezu geeignet dafür ist. High Voltage hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht einen richten Core-Titel auf den Markt zu bringen, die den Hunger der langjährigen Nintendo-Fans endlich stillen soll. Mit The Conduit versprachen die Entwickler eine noch nie da gewesene Wii-Grafik und hohen Motivationsfaktor sowie einen ausgereiften Online-Modus.
Ob die Jungs von High Voltage ihr Versprechen halten konnten oder ob wir es hier mit einem arg gehypten Spiel zu tun haben, soll euch dieser Test zeigen.
Perfect Dark" für Wii?
Wenn man das Spiel zum ersten Mal einlegt und vom Menü begrüßt wird, kann man sich der Erinnerung an Perfect Dark" für´s Nintendo 64 nicht erwehren. Die Musik erinnert ein wenig an Rares Hammertitel und auch optisch lehnt es sich an Joannas Abenteuer an.
Beginnen wir den Storymode, werden wir ersteinmal mit einem stimmungsvollen Intro in die Story eingeführt und macht klar das es sich in dem Spiel um eine Invasiion von Aliens handelt, die Menschen eigentlich schon verloren haben, euer Charkter Mr. Ford aber dennoch den Kampf aufnimmt.
Das erste Level beginnt quasi fünf Tage später, als das zweite Level, daher habt ihr auch schon gleich zu Beginn das "Allsehende Auge" (ASA) und könnt die Umgebung auf Geheimnisse abscannen. Ebenfalls zu Beginn musste ich auch schon die Steuerung auf meine Bedürfnisse einstellen und das ging, wie schon bekannt ist, erstaunlich gut. Man kann wirklich jedes Detail einstellen und recht schnell hat man seine optimale Steuerung gefunden. Lediglich bei der Tastenbelegung gab es eine Einschränkung, so kann man nämlich das Nachladen nicht auf einen Schwung mit der Nunchuck legen, wie man es von anderen Shootern gewohnt ist. Dafür lässt sich aber das HUD beliebig positionieren, was ich ebenfalls beispielhaft finde. Steuerungstechnisch dürfte es also nichts zu meckern geben.
Auf ins Abenteuer
Schon früh im Spiel erkennt man, daß die Levels alles andere als frei sind. Der komplette Spielverlauf ist strikt linear und lässt dem Spieler kaum Freiheiten für die Herangehensweise seiner Mission. In dem Punkt hätte ich mir mehr Innovation aus GoldenEye oder Perfect Dark" gewünscht. Dafür machen die Levels aber Spaß. Zumindest beim ersten oder zweiten Durchlauf denn danach wird die Story sicherlich ihren Reiz verlieren, wie die meisten Ego-Shoter heutzutage. Einen Großteil des Spaßes macht aber auch die gelungene Steuerung aus.
Die Gegner verhalten sich halbwegs schlau und gehen auch in Deckung, ein wirkliches Problem stellen sie allerdings selten dar. Kennern fällt auch gleich auf das die Aliens sehr stark von Metroid inspiriert sind. Es gibt unterschiedliche Gegnertypen die auch mit Unterschiedlichen Waffen angreifen, welche man dann selber aufnehemn und einsetzen kann. Die Waffen machen übrigens wirklich Spaß, jedoch favoritisierte ich meistens die menschlichen Waffen.
Das ASA wird in jedem Level benötigt um z.B. diverse Rätsel zu lösen oder Schalter zu aktivieren. Das alles präsentiert sich aber recht einfach und fordert zu keinem Zeitpunkt wirklich. In den meisten Fällen muss man einfach etwas genauer suchen. Wer nicht genug vom ASA und vom Suchen bekommen kann, der macht sich auf die Jagd nach versteckten Botschaften und Datendiscs, die nur mit dem ASA zu bekommen sind, um diverse Extras freizuschalten.
Im Grunde war es das auch schon von Levelinhalt. In der Regel muss man etwas finden oder zerstören. Dafür kommt man an bekannten Orten vorbei, wie etwas dem weißen Haus oder der staatlichen Bibiliothek, welche Kenner des Films Das Vermächtnis des geheimen Buches sofort bekannt sein wird. Die meisten Levels befinden sich aber in Inneren und oft auch in engen Räumen. Es ist aber immerwieder schön, wenn man dann doch mal rauskommt. Dort nämlich zeigt sich das Spiel grafisch von seiner besten Seite, womit wir beim nächsten Punkt wären.
Schön, schöner, The Conduit?
Wie bekannt ist, brüsteten die Entwickler sich damit, alles aus der Wii rauszuholen und zeigen mit The Conduit wahrlich einen der schönsten Wii-Titel. Und tatsächlich sind hier viele Effekte zu sehen, die man sonst bisher selten oder garnicht auf Wii zu sehen bekommen hat, besonders Glanz- und Spiegeleffekte. Auf metallenen Oberflächen sieht man Unebenheiten, die passend glänzen und die Gegner sind ebenfalls detailliert und passend animiert. Insgesamt kann man technisch nicht meckern und doch bin ich der Meinung, das man mehr hätte erwarten können, denn sonst hat niemand so geprahlt, eine bombige Wii-Grafik rausholen zu wollen und dennoch haben wir grafisch so grandiose Titel wie Metroid Prime 3 oder Call of Duty 5, um bei den Shootern zu bleiben. Denn genau betrachtet bietet The Conduit grafisch nicht wirklich etwas, was einen völlig aus den Socken haut. In Samus Arans Abenteuer gab es öfter mal Stellen an denen ich einfach mal stehen blieb und mir die tolle Aussicht oder die Grafikpracht anschaute und der fünfte Teil der bekannten Kriegs-Serie bietet schlichtweg eine realistische Grafik mit wirklich klasse Texturen, die dort einfach dreckiger und detailreicher wirken als in der Alieninvasion. Somit fällt die Sterilität, womit sich die gute Grafik erkauft wurde, in The Conduit etwas mehr auf, als in Call of Duty. Aber ich will ja nicht meckern, denn High Voltage hat hier wirklich gut was aus Nintendos weißer Kiste rausgeholt und bleibt dabei auch stets flüssig. Auch das es keine spürbaren Ladezeiten gibt, ist lobenswert. Die Ladezeiten verstecken sich in den Mission-Briefings und ein Level wird ohne Unterbrechungen wie etwa in RedSteel, durchgespielt.
Soundtechnisch kann man ebenfalls nicht meckern denn die Waffen haben einen satten Sound und die Musik ist atmosphärisch ja teils sogar etwas gruselig. Insgesamt kann sich die Präsentation sehen lassen, auch wenn es keine richtigen Sequenzen gibt.
Ein gewaltiger Umfang?
Uns wurde auch eine enorme Langzeitmotivatuon versprochen, in der selbst der Solospieler seine Freude haben wird. Nun, es gibt wirklich mehr als in anderen Shootern. So kann man hier zum einen die oben schon erwähnten Botschaften und Datendiscs in den Level finden, wodurch man z.B. Art-Gallerys freischaltet. Desweiteren lassen sich Erfolge freischalten z.B. durch ausschalten eines Gegnertyps oder Treffer mit einer bestimmten Waffe. Leider beschränken sich die Erfolge auch auf diese Dinge. Mit jeder Waffe muss man soundso viele Gegner erlegt haben, um den Erfolg freizuspielen oder von jedem Gegnertyp muss man eine gewisse Anzahl getötet haben, um einen Erfolg freizuschalten. Das ist wenig kreativ und da die Erfolge ansich nichts nutzen sehe ich das als wenig sinnvoll an. Besser wäre ein Freischalten von Cheats bei Bewältigung eines Level in bestimmter Zeit. Auch wenn die versteckten Botschaften und Datendiscs in den Levels teils schwer zu finden sind, dürfte der Solospieler nicht sonderlich lange damit beschäftigt sein, zudem es auch nur wenige, dafür aber recht große Levels gibt.
Der Online-Kracher?
Laut diverser Tests und auch von den Entwickler selbst gesagt, soll der Online-Modus von The Conduit das dicke Plus sein. Jetzt konnte ich ihn selber testen und muss sagen: Naja! Ich spiele schon seit geraumer Zeit Call of Duty 5 auf Wii online und freute mich sehr auf The Conduit, schon allein wegen des anderen Settings. Jetzt stelle ich fest das ich vielleicht zu verwöhnt bin.
Fangen wir mal mit den positiven Aspekten an:
Es gibt viele unterschiedliche Modi wie zum Beispiel das man den Befehl erhält einen bestimmten Spieler zu killen, jeder andere Spieler erhält aber ebenfalls den Befehl jemand bestimmten zu kriegen. Somit jagd jeder jemand anderen und man darf ausschließlich das Ziel erschießen, oder den Jäger, der es auf eiem abgesehen hat. Das ist interessant. Zur individuellen Gestaltung kann man sich auch seinen eigenen Charakter auswählen und farblich anpassen. Die Levels stammen aus der Singleplayer-Kampagne und eignen sich gut für Multiplayer-Spaß. Zu besseren Absprache wird WiiSpeak unterstützt, was ich leider nicht testen konnte da niemand sonst wohl WiiSpeak hatte, denn eigentlich soll man sich mit Team-Mitgliedern unterhalten können. Es gibt ein Levelsystem in dem jeder Spieler aufsteigen kann und mit einem passendem Symbol verdeutlicht wird. Zudem kann man eine LockOn-Funktion nutzen, die auch bitter nötig ist.
Soweit so gut. Kommen wir aber zu den Wehrmutstropfen:
Erstmal dauert es sehr lange, bis ein Spiel zustande kommt. Während man in Call of Duty schon zwei oder drei Kills hat, sucht The Conduit immernoch nach passenden Spielern. Auch wenn das Spiel schon Spieler gefunden hat, werden diese erst für die Liste "beglaubigt", bevor sie denn drin sind. Das kann bis zu fünf Minuten dauern. Ist man neu in dem Spiel, kommt man zwar in ein laufendes Spiel rein aber nicht als Spieler, sondern als Zuschauer, solange bis das Spiel beendet ist. Somit ist weiteres Warten angesagt, plus der Wartezeit bis man wieder in der Lobby ist und ein neues Spiel anfängt. Bevor man dies anfängt muss jedoch ein Level gevotet werden, was soweit ja noch normal ist aber in The Conduit werden auch Waffensets und Spielregeln gevotet. Somit kann man nicht wie in CoD sin eigenes Waffenset erstellen und man weiß auch nicht was man denn tastächlich am Ende spielt. Normales Team-Deathmatch oder mit geteilten Leben? Keine Ahnung. Der Zufall entscheidet. Die Tatsache das man kein eigenes Waffenset erstellen kann, zieht natürlich auch mit sich das man keine weiteren Waffen oder Upgrades freischalten kann, wie im Kriegsshooter. Somit ist das aufleveln bzw. die Erfahrungspunkte die man bekommt quasi reiner Schwanzvergleich, der noch dazu auch schwer vergleichen lässt da die Levelstufen lediglich mit Symbolen und nicht mit Zahlen verdeutlicht werden. Leider ist das Online-Gaming im Gegensatz zur Solo-Spieler nicht flüssig. Immerwieder ruckelt das Geschehen und erschwert präzise Schüsse, geschweigedenn überhaupt zu treffen und das muss man oft, denn man hat reichlich Energie und muss schon recht genau schießen, um den Gegner auch niederzustrecken. So habe ich zum Beispiel einem Spieler eine Granate genau zwischen die Füße geschmissen und das ganze noch mit drei Shotgun-Shüssen versüßt und ihn juckte das kaum. Stattdessen sprang er einmal rum und verpasste mir zwei tödliche Schüssen. Klasse. Das motiviert. Vor Allem bei so ruckeligem Ablauf. Somit sah ich die schon viel zu oft gesehene Todessequenz und muss dann nochmal mind. drei Sekunden Countdown abwarten bis ich wieder ins Spiel komme. Spaß sieht anders aus --> Siehe Call of Duty 5.
Hyper hyper?
In meinen Augen ist eines klar: The Conduit ist ein wirklich gutes Spiel, welches in der Solo-Kampagne seine Stärken zeigt (wenn auch nicht lange) und im Multiplayer stark schwächelt, zumindest wenn man das mit so Größen wie Call of Duty vergleicht. Der erhoffte Super-Shooter ist das nicht aber definitiv eines der schönsten und actuonreichsten Titel für Wii und von daher schon seinen Kauf wert. Wer allerdings Online rocken will, sollte sich lieber am hier im Test oft erwähnten Kriegsshooter vergreifen.
--> by Sascha
+ Klasse Grafik
+ Stimmiger Soundtrack
+ Actionreiche Spielablauf
+ Einwandfrei konfigurierbare Steuerung
+ Versteckte Extras
+ Singleplayer einfach spaßig
- Zu linear
- Etwas zu steril
- Online Macken und wenig Dauermotivation
Wiikend-Wertung: 83%
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