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Tales of Monkey Island

Genre Adventure
Spieler 1

 

Unzählige Spieler kennen und lieben ihn: Guybrush Threepwood. Von den 80zigern bis Anfang des 20. Jahrhunderts rätselten sich Spieler mit dem Antihelden durch karibische Abenteuer um dreiköpfige Affen, Totenkopf Murray, die schöne Gouverneurin Elaine und den Geisterpiraten LeChuck. Nun ist Guybrush zurück und nachdem er sich im vierten Teil eine kleine Auszeit genommen hat und etwas schwachbrüstig daher kam, ist er in Tales of Monkey Island mit alter Stärke zurück, So viel darf schonmal verraten werden.

Zurück in der Karibik
Ich war bereits Fan des ersten Teils und habe mich wild durch die Karibik gerätselt mit ihren kuriosen und abgedrehten Kopfnüssen, die Lucas Arts so sympathisch verpackt hat. Nun, nach drei weiteren Teilen und einer längeren Wartezeit, ist Guybrush wieder da. Mit einem neuen, erfrischenden Abenteuer, das aber die alten Fans aber nicht vor den Kopf stößt.

Episode Eins der Tales of Monkey Island beginnt „in medias res“ oder auch „mitten im Geschehen“. LeChuck beschwört auf seinem Schiff einen Voodoo-Zauber, für den er die dreizehn Affen von Montevideo gekidnappt hat, und mit dem er die Weltmeere unterwerfen will. Das kann unser Held Guybrush natürlich nicht zulassen, vor allem da der fiese Geisterpirat auch noch seine Geliebte Elaine gefangen hat. Um ihn aufzuhalten, habt ihr ein großartiges Voodoo-Rezept abgearbeitet und müsst nun nur noch euer Schwert in sprudelndes Root Beer halten. Aber Guybrush wäre nicht Threepwood, wenn er die Pulle nicht zerdeppern würde. Nun ist guter Rat teuer, aber der improvisierende Alleskönner nimmt kurzerhand erfrischenden, sprudelnden Grog – ist ja auch Alkohol. Zu dumm, dass LeChuck durch diese klitzekleine Rezeptänderung nicht stirbt, sondern menschlich wird. So ist das halt in der Karibik, in Monkey Island.

Nach diesem gründlich misslungenen Versuch den Geisterpiraten endlich loszuwerden, fliegt euer Boot in die Luft und ihr landet allein auf Floatsam Island. Das Besondere an der Insel ist, dass die Winde nur zur Insel hin blasen und ihr somit nicht entkommen könnt. Im Gepäck eine verfluchte Voodoo-Hand, die trotz Zugehörigkeit eures Körpers ein Eigenleben führt. Toll gemacht, Guybrush!

Das Desaster nimmt seinen Lauf
Um von der Insel runter zu kommen, muss sich unser Möchtegern-Held also etwas einfallen lassen. Da kommt es gerade recht, dass der Lokalredakteur der Insel gute Kontakte aufs Festland hat und einen Weg trotz des Windes kennt. Denn will er aber nur Preis geben, wenn ihr für ihn Stories erzeugt. Es dürfen also drei Aufgaben erfüllt werden: Monkey Island-Herz, was willst du mehr? Ab jetzt nimmt Tales of Monkey Island immer mehr den Charme des Originals an, denn nun dürft ihr knobeln, wie ihr am besten eine Schlägerei anzettelt, ein Schiff (im Trockendock) kapert und einen Schatz findet. Dabei kommen auch wieder die guten alten Handlungsstränge des Karten-Lesens, Kompass-Benutzens und versteckte Orte im Labyrinth finden zum Vorschein. Totenkopf Murray lässt grüßen.

Ihr dürft einem Schatzsucher unter die Arme greifen und seinen Traum von der letzten Porzellan-Piratenfigur erfüllen, indem ihr Tiergeräuschen folgt, müsst einem wahnsinnigen französischen Arzt entfliehen, der eure Voodoo-Hand amputieren möchte und schlussendlich das Geheimnis der Winde von Floatsam Island herausfinden, um Elaine zu retten und LeChuck – nun in menschlicher Gestalt - doch noch aufhalten zu können.

Wahre Monkey Island-Kost?!
Bei dieser Mission führt euch euer Weg über viele amüsante Rätsel, die entweder aus Gegenstand-Kombinationen und teilweise echten Kopfnüssen bestehen. Alle Rätsel sind aber im Stil der ersten beiden Teile gehalten, wenn ihr etwa ein Wetterkreuz als Wegweiser nutzen müsst oder Steinstatuen reparieren und in Zauberwürfel-Manier richtig einstellen dürft.
Die Aufmachung ist also schon Monkey-Style, die Schwierigkeit allerdings nicht immer. Für Rätselkönige dürfte das Level der ersten Episode noch etwas einfach sein, da doch oft logisches Denken erfordert wird ein selten Querdenker-Qualitäten gefragt sind. Vielleicht ändert sich dies aber noch, wie es schon bei Sam & Max der Fall war.

Aus diesem Grund könnten erfahrene Spieler auch bereits nach knapp drei bis vier Stunden zum Cliffhanger-Ende gelangen, das bereits Vorfreude auf die zweite Episode schürt. Anfänger werden wohl etwas länger rätseln.

Sehr nah am Originalcharme liegen auch die Kommentare von Guybrush. Er hat immer eine schnippische Randbemerkung auf Lager oder veralbert auch recht direkt seine Gesprächspartner. Sehr witzig ist auch Guybrushs Selbstvorstellung, wenn er sich stets mit einem „Guybrush Threepwood, Mighty Pirat ™“ seinem Gegenüber bekannt macht.

Schick, schick, der Herr

Wie sieht es denn mit dem Erscheinungsbild von Herrn Threepwood aus? Ist er in all den Jahren gealtert? Oder ist er gar zu einer modellhaften Schönheit herangereift? Weder noch! Unser Antiheld sieht noch immer so dösig aus, wie schon in den Teilen davor. Trotzdem kann man sich mit ihm sehr gut identifizieren, da er einfach in die Umgebung passt. Alle Charaktere sind witzig und detailliert gestaltet, genauso wie die Umgebung. Diese erstrahlt in einem 3D-Comic-Stil, der Trotz aller Liebe zum 2D-Adventure zu überzeugen weiß. Die unverkennbare Hintergrundmusik mit ihrem karibischen Flair tut ihr Übriges.

Was die Steuerung angeht, ist Guybrush ein genügsamer Geselle. Mit dem Nunchuk läuft Guybrush umher oder per A-Knopf und Pointer bewegt sich unser Piratenheld von A nach B. Mit Pointer und A-Knopf wird auch mit der Umgebung interagiert, während ebenfalls per Knopfdruck oder Pointer das Inventar aufgerufen wird. Der Z-Knopf erweist sich als nützlich, um bekannte Gegenden schneller zu überbrücken, denn dann rennt Guybrush. Die Steuerung ist um Einiges besser gelungen als bei der PC-Variante, die teils doch recht fummelig wirkt. Hier aber funktioniert alles einwandfrei.

Fazit

Mit Tales of Monkey Island hat Telltale Games es wirklich geschafft, die Monkey Island-Reihe nach ihrem zuletzt doch recht dürftigen Auftritt in Escape from Monkey Island neu zu beleben. Die Rätsel sind erfrischenden, wenn auch teilweise noch etwas leicht und die Atmosphäre stimmt vollkommen. Guybrush ist genauso trottelig, schnippisch und charmant, wie man es von ihm kennt. Allerdings könnten erfahrene Spieler schneller das Ende der ersten Episode erreichen, als ihnen lieb ist.
Die gewählte 3D-Grafik überzeugt auch Hardcore-2D-Liebhaber (wie mich) und gewährt einem den vermissten Monkey Island-Charme. Einzig die Steuerung lässt Spielraum für Kritik, da der ein oder andere wohl auf die vordergründige „Pfeiltasten-Steuerung“ verzichtet hätte. Nichtsdestotrotz ist die erste Episode von Tales of Monkey Island sehr gelungen und macht Freude auf mehr.

+ Original Monkey Island-Charme
+ Stimmige Fortsetzung des bisherigen Spieldesigns
+ Spannende Geschichte
+ Witzige und interessante Rätsel
+ Tolle Sprachausgabe (Englisch)
+ Schöne 3D-Grafik


- Rätsel für erfahrene Spieler zu leicht
- Spielzeit etwas kurz (aber es kommen ja noch 4 Episoden

Wiikend-Wertung: 85%

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