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SimAnimals

Genre Simulation
Spieler 1

 

Ihr habt Angst vor wilden Tieren, das Wort freilaufend ist für euch nur aus der Hühnerhaltung bekannt oder ihr habt einfach nur Pech und wohnt in einer Großstadt? Egal, wie es euch auch ergehen mag, mit EAs neuen Titel SimAnimals habt ihr die Möglichkeit, wilde Tiere auf eure Konsole zu holen.

 

Gott spielen

 

Die reale Welt geht immer mehr vor die Hunde, pardon für die Diskriminierung der Protagonisten des Spiels, sagen wir sie pfeift aus dem letzten Loch. Da wir sonst schon nichts für die Umwelt tun, erleichtern wir unser Gewissen an der Konsole. In SimAnimals können wir in gottgleicher Funktion den Tierchen beim Wuseln zusehen und dem Ökosystem auf die Sprünge helfen. Man, wieder eine gute Tat, der Pfadfinder lässt grüßen.
Das ganze geht Dank einer Hand von statten, die per Wiimote über den Bildschirm bewegt wird. Mit ihr kann ich Bäume versetzen, Tiere hochheben, umsetzen und werfen, Blitze „verteilen" und weitere wichtige oder unwichtige Dinge anstellen. Füttern und streicheln ergänzen das Repertoire noch, was eindeutig die Zielgruppe festlegt: Casual-Gamer, weibliche Spieler und die Altersgruppe bis 14 Jahre werden hier bedient. Immerhin besteht mein Einflussgebiet über jegliche Arten von Tieren - zu Land, im Wasser und in der Luft.

 

Sei lieb zu jedem Tier...

 

...sie werden es dir danken. Was ist eigentlich das Ziel eines Spiels, in dem Tiere umher laufen, die man durch streicheln und füttern glücklich machen kann? Genau das: Glückseligkeit! Jedes Tier kann und möchte auf eine andere Art und Weise glücklich gemacht werden. Freut sich das Eichhörnchen über eine Hand voll Nüsse und der Bär über Gelegenheiten zum Spielen, wollen die Rehe nur in Ruhe grasen. All das ist mit ein paar beschwingten Wiimote-Schüttlern möglich. Schon fallen hier Beeren und Nüsse vom Baum, bald verhelfe ich dort durch Baumfellarbeiten den Bibern zu einem Damm.


Diese und andere Aufgaben stehen pro Kartenabschnitt auf der To-Do-Liste und werden am Bildschirmrand angezeigt. So habt ihr die geforderten Lektionen zu den thematischen Eigenheiten der Tier- und Pflanzenwelt immer im Auge. Habt ihr alle Aufgaben erfüllt, geht es auf zum nächsten Biotop oder ihr arbeitet weiter am bereits bestehenden Fleck „heile Welt" bis er euren Ansprüchen genügt. Dabei dürft ihr auch Tierchen in den Rucksack packen und sie mit in andere Gebiete nehmen, um sie dort neu anzusiedeln.
Fraglich ist nur, ob überhaupt weitere Kartenabschnitte besiedelt werden und man sich länger als nötig mit einer Landschaft beschäftigt, da trotz Automobil freier Zone, alles recht karg und öde wirkt. Grafisch schwimmt SimAnimals auf einer Welle mit Titeln aus den 90er Jahren, musikalisch schafft EAs es allerdings eine Atmosphäre unberührter Natur zu erschaffen.

 

Emoticons in der Natur

 

Tiere sprechen nicht unsere Sprache, können sich aber durchaus mitteilen. Konsolentierchen haben es da schon deutlich schwerer und zeigen ihre Zuneigung bzw. Ablehnung über Emoticons. Streichle ich Meister Petz seinen Pelz, schubbelt er sich fröhlich auf dem Rücken und ein grinsender Smilie erscheint. Ähnliches geschieht, wenn ich die Natur nach den Wünschen ihrer Bewohner gestalte oder ihnen einen paarungswilligen Artgenossen beschaffe. Egal ob Hase, Fuchs oder Reh, alles lacht oder schmollt mich an. Diese Emoticons sammeln sich in einer Zufriedenheitsskala und entscheiden über den Erfolg des jeweiligen Kartenabschnitts. Natürlich kann ich mich auch Herausforderung stellen und dafür verschiedene Medaillen einheimsen.
Allerdings können die benötigten Smilies einem auch gehörig auf den Zwirn gehen, denn nicht immer ist sofort klar, wer unzufrieden ist und was benötigt wird. In dieser Zeit sinkt allerdings schon die Zufriedenheitsskala.

 

Ein bisschen Infotainment wird auch noch geboten, denn Infotexte helfen z.B. dabei Bäume und Sträucher in den richtigen Boden zu pflanzen, damit sie prächtig gedeihen können. An anderer Stelle helfen die Informationen den Tierchen ihr Lieblingsfressen zuzuordnen. Der Ablauf je Kartenabschnitt ist hier immer gleich: die Aufgaben werden mit Infotafeln lehrreich dargeboten, sind dabei aber oft eintönig. Zu häufig muss eine Anzahl einer bestimmten Pflanze gesetzt oder Tieren bei sich wiederholenden Abläufen geholfen werden. Da steppt auch dann nicht der Bär, wenn Fleischfresser ihre Mitbewohner verputzen.

 

Fazit

 

Mit SimAnimals hat EA ein Spiel auf dem Markt gebracht, was einzig als Spin-Off der beliebten Sims-Reihe gelten kann. Es kommt schon ein etwas fader Beigeschmack auf, wenn man sich die Grafik und das Spielprinzip anschaut, dass selbst in den 90igern schwer zu kämpfen gehabt hätte. Ob EA hier nur wieder das schnelle Geld der Casual-Gamer verdienen will, sei mal dahin gestellt, doch riecht es stark danach. Denn außer den Casuals kann wohl einzig die Alterklasse bis 14 Jahre dem Titel etwas abgewinnen. Die lehrende Option sieht zwar nett aus, ist aber kaum mehr als eine schwache Zugabe. Jüngere Vertreter der Spielegemeinde, die auch mit ihren Eltern in die Welt der Konsolen einsteigen möchten, können bei diesem Titel zugreifen, alle anderen sollten es erst einmal ausleihen.

 

--> by Rafael

 

+ Große Tier- und Pflanzenvielfalt
+ Lernaspekt eingebaut
+ Einfache Steuerung
+ Sounduntermalung ist realitätsnah

 

- Monotoner Spielablauf
- Smilies nerven auf Dauer
- Veraltete, öde Grafik
- Für erfahrene Spieler zu einfach

Wiikend-Wertung: 62%

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