| Genre |
On-Rail-Shooter |
| Spieler |
1 - 2 |
Die Wii ist bekanntermaßen bestens für On-Rail-Shooter geeignet. Während es damals so harmlos anfing mit Spielen wie WiiPlay und Link´s Crossbow Training, läutete die Umsetzung von The House of the Dead 2 & 3 erfolgreich das wahre On-Rail-Genre auf Wii ein. Auf den Zug sprang auch Capcom mit Resident Evil - The Umbrella Chronicles auf, welches durchaus überzeugen konnte, doch noch einige Schwächen besaß. Zumindest konnte es das Genre schon auf ein enorm hohes Niveau bringen, welches von Spielen wie The House of the Dead - Overkill und Dead Space - Extraction nochmals aufgestockt wurde. Letzteres überwältigte zwar mit einer dichten Atmosphäre und spannenden Dialogen, bot jedoch kaum Umfang und wenig Dauerspaß.
Jetzt geht Capcom mit Resident Evil - The Darkside Chronicles in die zweite Schienen-Runde und will mit besserer Story, packendeneren Kamerafahrten und massig Extras sowie eine Bombastgrafik überzeugen.
Ob das nächste Zombiespektakel den Entwicklern gelungen ist, oder wie hier von einem lauen Aufguss sprechen, soll euch dieser Test zeigen.
Die ersten Eindrücke lassen den Umfang vermuten...
Gelangt man das erste Mal in das Resident Evil - Menü und hat eine Spieldatei erstellt, fällt dem Spieler gleich auf das es nicht nur "Story" und "Optionen" zur Auswahl gibt. Neben den erwähnten Punkten gibt es noch ein Archiv, welches freischaltbare Dinge beinhaltet, Rekorde, sowie auch eine Online-Rangliste. Insgesamt gestaltet sich das Menü schon interessant und kommt optisch um einiges imposanter daher, wie im Vorgänger. Hier werden die Kapitel und einzelnen Levels in Scherben präsentiert, welche wie in einer Zeitröhre schweben.
Die Extras im Archiv sind gewaltig für einen On-Rail-Shooter. Charaktere mit Biographie sind größtenteils in 3D zu begutachten, gleiches gilt für Gegner, auch diese lassen sich drehen, zoomen und bestaunen. Seltsamerweise gibt es sogar Objekte zu sammeln und anzuschauen. Desweiteren lassen sich in den Levels, wie auch schon im Vorgänger, Infoschnipsel, Tagebucheinträge und Notizen rund um die Geschichte um Umbrella & Co, finden. Natürlich lassen sich auch die ganzen vorgerenderten Videosequenzen von hier jederzeit anschauen. Als kleines Bonus gibt es noch Erfolge zu erspielen, welche sich zumeist aber recht simpel gestalten wie "Du hast 200 Zombies getötet"! Dennoch ist das Extra-Paket Genre untypisch sehr umfangreich. Und als wäre das nicht genug, lässt sich später noch ein Tofu-Modus freispielen, in dem man gegen böse Tofusstücke kämpfen muss, sowie neue Outfits für die spielbaren Charaktere. Das macht aber nur Sinn, wenn man alleine spielt, da nur dann auch der Begleitcharakter im Bild zu sehen ist.
Bei der Gelegenheit können wir gleich auch ins richtige Spiel einsteigen.
On-Rail wie nie zuvor
Das eigentlich Spielprinzip auf Schienen sollte inzwsichen jedem klar sein. Alles was der Spieler zu tun hat ist auf alles zu schießen, was sich bewegt.....aber auch was sich nicht bewegt, denn in Resident Evil TDC lassen sich allerhand Objekte in der Umgebung zerstören und das bringt Geld, Waffen und versteckte Items. Es lohnt sich also, wie ein irrer in der Gegen herumzuschießen. Das sollte man allerdings bevorzugt mit der Pistole tun, denn die ist mit unendlich Munition ausgestattet, alle anderen Waffen verfügen über begrenzte Kapazitäten. Wie auch schon im Vorgänger Umbrella Chronicles wird die Munition Levelübergreifend festgehalten. Solltet ihr in einem Level mal Munitionmangel haben, könnt ihr einfach ein altes Level spielen und entsprechend sammeln.
Ihr seit nun auch deutlich flexibler in der Waffenwahl. Zum einen hat man jederzeit die Möglichkeit im Pausenmenü Waffen zu wechseln. Ihr habt also stets alle Waffen zur Verfügung, könnt jedoch nur zwischen vieren schnell im Spiel switchen. Und das geschieht nun ähnlich wie in Dead Space. Zwar könnt ihr noch klassisch mit Wiimote only spielen und wechselt die Bleispucker via Steuerkreuz, doch zu empfehlen wäre es das Nunchuck anzuschließen und mit dem Stick die Waffen zu tauschen. Das geht schneller und man verreißt das Fadenkreuz nicht bei dem Griff zu Steuerkreuz.
Das hört sich alles ja soweit schon gut an, doch was macht The Darkside Chronicles so besonders? Neben dem Umfang gibt es hier zwei große Worte: Präsentation und Story. Dead Space - Extraction hat es ja schon geschafft, eine Geschichte unglaublich atmosphärisch und spannend zu erzählen und darzustellen. Doch wo die Dialoge beim ersten Mal noch Spannung erzeugten und interessant waren, konnten sie beim zweiten Durchlauf nur noch nerven. Resident Evil macht es da besser. Zum einen gibt es da typische FMV-Sequenzen und zum anderen sind die Dialoge nicht so lang(weilig) wie im Weltall-Horror. Capcom ist es hier wirklich klasse gelungen die Situation und klassische Resident Evil-Atmosphäre einzufangen. Erzeugt wird das unter anderem durch eine recht hektische Kamera und die Tatsache das stets ein zweiter, bekannter Charakter mit euch kommt und ständig geredet wird. Ständig gibt es ein auf und ab im Gameplay. Mal ruhig, mal hektisch, doch es macht Spaß. Es ist einfach geil wenn man sich durch die Flure und Anlagen metzelt und irgendwann die Zeit drängt und die Kamera nur noch an den Zombies vorbeihuscht. Man wird es einfach nicht schaffen, alle Gegner zu erschießen. Das wirkt glaubwürdiger als würde man immer brav warten bis alle tot am Boden liegen.
Wirklich interessant ist aber auch die Story. Ganz besonders für Resident Evil - Veteranen. Das Spiel handelt die Story von Resident Evil 2 und Resident Evil - Code Veronica ab, allerdings aus Erzählungen. Ursprünglich spielt man ein neues Kapitel, in dem man sich mit Leon S. Kennedy und Krauser in Südamerika befindet. Im Laufe des Einsatzes dort erzählt Leon von den Geschehnissen aus den beiden genannten Teilen, welche ihr dann selbst spielt. Das geschulte Zockerauge wird jetzt schnell erkennen: Leon und Krauser zusammen auf einer Mission?!? Ganz Recht! Und genau dort wird es interessant, denn Krauser erscheint das erste mal in Resident Evil 4 als Gegenspieler von Leon. In The Darkside Chronicles erfahrt ihr also interessante Dinge darüber, warum Krauser so geworden ist und warum sein rechter Arm in RE4 so mutiert. In einem Extra-Kapitel spielt man sogar ein schon bekanntes Level aus der Sicht von Krauser inklusive seiner Gedanken, was durchaus neue Erkenntnisse bringt. Man sollte nur nicht pingelig sein, wenn kleine Details wie der Ort des toten, schwarzen Polizisten aus RE2 nun ein Anderer ist. Man sollte berücksichten das die Entwickler die wichtigsten Punkte abfahren wollten und davon gibt es genug.
Ihr seht schon, für Resident Evil Fans ist dieses Spiel schon allein wegen der Story ein Muss. Doch wie sieht es mit der Technik aus?
Technisch nichts zu meckern außer...
Grafisch darf man sich wirklich auf ein Feuerwerk einrichten. Natürlich gibt es auch einige schwache Locations, die nicht gerade als Augemschmauß dastehen, doch was soll man auch schon groß aus meinem Korridor rausholen? Der Rest jedoch sieht wirklich beeindruckend aus. Regentropfen auf dem Bildschirm, tolle Lichteffekte und äußerst detaillierte Charakterdesigns. Dazu kommt das Spiel quasi nie ins ruckeln und lässt sich bequem spielen. Allerdings sollte man für regelmäßige Kopfschüsse schon wirklich trainiert sein, denn die Kamera bewegt sich dermaßen viel, das ist in vielen Situationen schwer ist präzise Treffer zu landen. Doch insgesamt hält es sich in Grenzen und die hektische Kamera dient als gutes Stilmittel.
Belächeln musste ich jedoch, wie groß das Wort "Ordnung" bei den Zombies geschrieben wird. Befindet man sich in einem Raum und schießt alle Bilder, Lampen etc. kaputt und betritt den selben Raum nur weniger Sekunden wieder, hängt alles wieder dort, wo es hingehört. Das ist zwar schon was primitiv, bringt dafür aber auch ein weiteres Mal Geld in die Kasse.
Auch die Sequenzen können sich sehen lassen. Sie sind vielleicht nicht ganz up to date, jedoch sind sie schön anzuschauen. Soundtechnisch hätte hingegen etwas mehr drin sein können. Ok, die Musik ist gut und auch einige Waffen klingen in Ordnung, doch an einigen Stellen ist die musikalische Untermalung unpassend ruhig, selbst in den Sequenzen. Viele Waffen, wie etwa die Pistole oder Schrotflinte klingen etwas schwach auf der Brust.
Positiv fällt aber gegenüber dem Vorgänger auf, daß man jetzt auch wirklich das Gefühl hat die Gegner zu treffen. Während zuvor noch ein Funkeneffekt über den Treffer gesetzt wurde, ist jetzt alles klar zu sehen und das auch in Deutschland, denn auch wir bekommen eine ungeschnittene Fassung.
Zu empfehlen, oder im Grab lassen?
Wer keine On-Rail-Shooter mag, sollte natürlich die Finger davon lassen aber alle anderen und besonder Resi-Fans sollten hier zuschlagen. Dieser Titel ist kein Vergleich mehr zu Umbrella Chronicles. Alles ist nun schöner, besser, imposanter und vor Allem umfangreicher. Es gibt viel freizuspielen und das Aufrüsten der Waffen nimmt auch viel Zeit in Anspruch so man hier erheblich länger Spaß haben wird, als mit Dead Space - Extraction. Richtig interessant auch für all die, die sich fragen woher Krauser eigentlich kommt und was dahinter steckt.
Ansich gibt es keinen Grund gegen dieses Spiel, besonders da es schon für runde 45 € zu haben ist und das auch noch ganz offiziell uncut. Ohne Zweifel kann man diesen Titel als den bisher besten On-Rail-Shooter bezeichnen.
Nebenbei: Vergleiche mit House of the Dead - Overkill sind hier schwer, denn auch dieses Spiel ist erstklassig und bietet viel Umfang, jedoch ist das Game eher auf arcardelasitigem Gameplay und viel schwarzem Humor aus.
+ superbe Grafik
+ realistische Kamerafahrten
+ verbesserte Steuerung
+ sehr interessante Story-Details
+ viele Sachen freischaltbar
- zielen teilweise schwer, wegen der hektischen Kameraschwenks
- Sound könnte was besser sein
Wiikend-Wertung: 91%
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