| Genre | Sport |
| Spieler | 1-2 |
Den älteren Zockern wird Punch-Out sicher noch etwas sagen. Bereits 1988 gab es den Boxtitel, da allerdings noch in Pixelgrafik auf dem NES. Auch danach wurde die Reihe nicht ad acta gelegt,
sondern erhielt immer wieder neue Umsetzungen für die neuen Konsolen. Nun ist also auch ein Ableger für die Wii draußen und wir sagen euch, wie sich dieser spielt.
Alte Bekannte
Mit Punch-Out für Wii hat Nintendo einen erfolgreichen immer währenden Klassiker neu aufgelegt. Und was macht man mit einem funktionierenden Spielprinzip? Richtig, man verändert es nicht oder nur
geringfügig. So auch beim neuen Boxtitel für Wii geschehen, denn alle bekannten Gesichter sind wieder mit dabei. Von Glass Joe über Disco Kid bis hin zu King Hippo treten sie alle gegen Mac an - neue
Gegner gibt es nicht.
Dazu gibt es die gleiche Sythi-Geräuschkulisse wie früher, die jeden Kampf in einem eignen Licht erstrahlen lässt. Apropos Licht – wie sieht es eigentlich mit der Darstellung aus? Auf grafische
Finessen muss man auch bei Punch-Out verzichten, doch ist es gewollt. Der Titel kommt in einer schön gestalteten Comic-Grafik daher, die jedem Charakter einen völlig eigenen Stil zugesteht. Sogar ein
kleines Filmchen aus Comic-Strips gibt es vor jedem Kampf zu jedem Kontrahenten zu bewundern. Diese sowie unterschiedliche Musikstücke finden sich nach erfolgreich bestrittenen Kämpfen in der Galerie
wieder.
Links, Rechts…und auf die 12
Auch am Gameplay wurde nicht viel verändert: Noch immer setzt Punch-Out auf Arcade-Action, anstatt eine Simulation sein zu wollen. Daher ist auch die Steuerung recht simpel und doch vollkommen
ausreichend gehalten. Ihr könnt entweder mit Wiimote und Nunchuk in den Ring steigen oder ihr nutzt die quer gehaltene Wiimote. Spielt ihr „beidhändig“ kommen A-, B-, C- und Z-Knopf sowie der
Joystick zum Einsatz. Setzt ihr aber lieber auf die etwas weniger fuchtelige Action, erledigen Steuerkreuz, A-, 1- und 2-Knopf ihre Dienste. In beiden Fällen setzt Mac die in Seitenhiebe, hohe
Schläge sowie Ausweichmanöver und eine Ducken-Taktik um. Wahlweise kann auch das Balance-Board mit in den Kampf eingebaut werden, dann weicht ihr über die Gewichtsverlagerung aus.
Etwas aufgestockt wird Macs Schlagrepertoire durch Superschläge. Habt ihr einen Gegner überrascht, während er zum Schlag ausholt, bekommt ihr einen Stern. Von diesen könnt ihr drei Stück sammeln, um
dann zu einem vernichtenden Aufwärtshaken auszuholen. Das sieht kein Gegner Land und der Kiefer schmerzt. Werdet ihr allerdings vorher getroffen, müsst ihr erneut sammeln. Der Kampf geht über maximal
drei Runden an deren Ende der Punktrichter über Sieg und Niederlage entscheidet. Aber was ein guter Boxer ist, der haut seinen Kontrahenten schon vorher aus den Latschen, sei es durch technischen KO
oder Knock-Out.
Solide Kampfleistung
Punch-Out lebt eindeutig von seiner taktischen Herangehensweise und dem Timing. Wer hier versucht wie bei Wii Sports Boxing wild fuchteln den Gegner zu erlegen, landet selbst auf den Brettern – die
Gegner blocken jeden Schlag und machen Kleinholz aus euch. Ruhe und ein gutes Auge sind gefragt, denn alle Charaktere haben ihre Schwachstelle und diese gilt es auszuloten. Deckungsarbeit und
Ausweichmanöver können dabei von Vorteil sein. Seid ihr erfolgreich ausgewichen – der Gegner leuchtet vorher kurz auf – könnt ihr selbst einen Angriff starten. Stimmt das Timing und ihr trefft euren
Kontrahenten noch wenn er aufleuchtet, gilt dies als Überraschungsangriff und ihr habt freie Bahn für einen Schlaghagel.
Landet ihr selbst mal auf den Brettern, gilt es Wiimote und Nunchuk schnell auf und ab zu bewegen, um fix wieder auf den Beinen zu stehen. Gleiches könnt ihr machen, wenn euer Gegner am Boden liegt,
um etwas Ausdauer zurück zu gewinnen.
Schwach auf der Brust
Wo es Punch-Out mangelt sind Umfang und Spieltiefe. Habe ich erst einmal die Taktik jedes einzelnen Gegners erkannt und das Timing verinnerlicht, sind die Kämpfe schnell erledigt und ihr setzt euch
die Krone auf. Zumal man sich im Schaukampf, sprich Training, noch besser an die individuellen Schläge gewöhnen kann. Obwohl es über drei Championchips geht, herrscht nach dem Sieg in allen Klassen
eine gewisse Eintönigkeit. Den Wiederspielwert leistet nur Zweispielermodus, denn hier kann man sich noch besser als bei Wii Sports Boxing gegenseitig auf die Zwölf geben.
Fazit
Mit Punch-Out für die Wii erlebt ein weiterer Klassiker seinen zweiten…äh dritten…ach X-ten Frühling und kann dabei dennoch überzeugen. Zwar sind Spielumfang und Spieltiefe etwas mau belegt, doch
kann der Titel durch seine Kurzweilige Arcade-Action überzeugen. Trotz des Prinzips „Taktik erkennen, Gegner platt machen“ macht die bunte Comic-Boxereit Spaß und fordert bis zu einem gewissen Punkt
auch einiges vom Spieler. Spätestens aber, wenn man alle drei Titel im Karriere-Modus ergattert hat, wird vornehmlich auf den Zweispieler-Modus gesetzt.
--> by Rafael
+ Schickes Remake eines Klassikers
+ Schöne Comic-Grafik
+ Aufwertender Zweispieler-Modus
+ Flüssige Animationen
+ Donkey Kong als Bonus-Kämpfer
- Zu geringer Umfang
- Wenig Langzeitmotivation
- Eintönig, wenn Gegner-Taktik durchschaut
- Nur die (13) alten bekannten Charaktere (+Donkey Kong)
Wiikend-Wertung: 76%
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