Okami

Genre Action-Adventure
Spieler 1

 

Es gibt Spiele, die bekommen einfach nicht die Beachtung, die sie verdienen. Wahre Meisterwerke die von den Käufern einfach nicht beachtet werden nur weil sie keinen bekannten Namen tragen oder sich die Spieler einfach nichts Neues trauen. Sei es aufgrund des Spielprinzipes oder der gewagten Optik. Okami ist eines dieser Spiele. Warum dieser Titel so ausgefallen ist und warum es so fanzinierend ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Japan pur

Schon das Cover lässt auf ein sehr japanisch angehauchtes Spiel schließen. Das soll aber nicht abschrecken. Im Gegenteil, das macht einen großen Teil der Atmosphäre aus. Den Wolf den man auf dem Cover sieht, ist die Spielfigur und symbolisiert eine japanische Gottheit. Begleitet wird das Tier von einem kleinen Jungen.....sehr klein denn er ist nicht größer wie ein Floh, das Mundwerk hingegen macht dies wieder wett, das ist nämlich mehr als frech.

Die Aufgabe des ungleichen Duos ist, wie könnte es anders sein, die Welt vor dem Untergang zu retten, vor dem Verschlingen des Bösen. Klingt soweit nicht außergewöhnlich, allerdings gibt es im Laufe des Spiel viele kleine Geschichten, die im Zusammenhang mit dem Ganzen stehen. Dabei gibt es unzählige Andeutungen an japanische Legenden und massig entsprechende Schriftzeichen. Ich kenn kein Spiel sonst das derart vor japanischen Flair sprüht.


Gewaltiger Umfang und einzigartiger Look

Die ersten beiden Spielstunden mögen sich etwas ziehen, da viel von der Geschichte erzählt wird und man noch wenig vom eigentlichen Spiel sieht. Doch dann zieht das Geschehen ordentlich an und haut den Spieler mit einem gigantischen Umfang und unglaublicher Atmosphäre von den Socken. Es gibt Dörfer, Meere, magische Tore, verschiedene Völker und viele tierische Einwohner. Die Tiere können alle gefüttert werden und sind in einer Tabelle aufgelistet. Wer also 100% haben will, muss alle Tiere finden und mit dem richtigen Futter füttern. Hinzu gibt es 100 magische Kugeln zu finden, die diverse Dinge freischalten. Auch die Energie und Magie lässt sich erweitern, somit hat man schon neben der Hauptstory massig zu tun. Und diese Sidequests fügen sich so klasse in das Spiel ein, das man sie für völlig glaubwürdig hält. Überhaupt kauft man den Völkern und Bürgern wirklich ab, das sie dort leben und ihr Leben führen. Ihre Probleme und ihr Glauben, das alles ist völlig authentisch integriert, das man richtig in diese Welt voller Fantasie und Magie eintauchen kann. Wo wir schon zum nächsten Punkt kommen: Die Grafik.

Wohl einer der Hauptgründe, weshalb die wenigsten bei dem Spiel zuschlagen. Optsich gestaltet sich das Spiel wie eine japanische Tuschezeichnung. Völlig egal ob man diesen Comic-Look mag oder nicht (ich mag ihn nicht), in diesem Spiel sieht es einfach fantastisch und malerisch schön aus. Man möchte garnicht mehr wegschauen. Dabei ist es technisch wirklich billig, denn selbst die Bäume sind 2D aber es passt einfach klasse ins Gesamtbild und fügt sich prima ein. Dabei gibt es die tollsten und unterschiedlichsten Orte zu sehen. Sei es eine belebte Stadt, ein Blick aus offene Meer, dichte und dunkle Wälder, große und offene Felder, in jedem Moment sieht Okami einfach toll aus.

 

Weniger ist mehr

Im Kampf-, bzw. Ausrüstungs-System geht Okami neue Wege. Während Genrevertreter wie Zelda auf ein aufrufbares Menü setzen, in dem die Ausrüstung auf diverse Tasten zu legen ist, lässt sich in diesem Spiel ein Blatt Reispapier über das Geschehen legen, auf dem man mit der Wiimote zeichnet. Dabei hält das Spielgeschehen an, die Kamera lässt sich aber noch drehen. In diesem Modus lassen sich unterschiedlichste Mal-Techniken anwenden. Malt man z.B. einen Kreis um einen abgestorbenen Baum, blüht dieser plötzlich mit rosafarbenden Blüten auf, zeichnet man im Kampf eine Bombe ins Feld, taucht wie aus Geisterhand eine Entsprechende auf. Dadurch kann man unheimlich schnell und flexibel agieren, ohne immer nervig ins Menü gehen zu müssen. Das sieht im ersten Augenblick vielleicht umständlich aus, geht dann aber in Fleisch und Blut über. Auch der Tag- Nachtwechsel lässt sich damit beeinflussen, oder Wind wie auch Feuer lassen sich erschaffen. Natürlich kann man auch noch mit einer speziellen, aufrüstbaren Waffe angreifen, die über Okamis Rücken schwebt.

 

Fazit: Zelda mal anders

Eigentlich sollte wirklich jeder, der Zelda etwas abgewinnen kann, auch Okami begeistern. Tatsächlich macht Okami sogar noch einige Dinge besser als Zelda und das muss man erstmal schaffen, denn immerhin ist Zelda schon seit Anfang der 80er auf Platz 1 der Action-Adventures. Ich bin mit geringen Erwartungen an dieses Spiel heran gegangen und wurde völlig überrascht und umgehauen. Wirklich jeder Abenteurer sollte sich diesen Titel zulegen, das hat das Spiel wirklich verdient. Und man bekommt wirklich eine Menge Spiel für´s Geld. Wer nach dem Endkampf nach etwa 20 Stunden denkt es sei vorbei, wird überrascht.....denn danach geht die Story noch ca. 25 Stunden weiter. Hinzu kommen die ganzen Sidequests.

+ einzigartiger Look

+ liebevolles Design

+ mächtiger Umfang

+ abwechslungsreiche Orte

+ einfaches und doch komplexes Kampfsystem

+ intelligente Sidequests

+ glaubhafte Welt

+ freche Dialoge

+ sehr viel Fantasie und Mystik

 

- Zeichnungen werden nicht immer 100%ig erkannt

- irgendwann ist das Spiel zu Ende

Wiikend-Wertung: 96%

Releases

 

07.06.2012

Rayman Origins

 

15.06.2012

Heroes of Ruin

 

29.06.2012

Spirit Camera

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