| Genre |
Action RPG |
| Spieler | 1 |
Immerwieder tauchen Spiele auf, die für Nichtwissende eher abschreckend wirken, oder schlichtweg nicht das Interesse auf sich ziehen, obwohl diese Spiele ein enormes Potential besitzen. Okami war da schon ein sehr gutes Beispiel für. Mit absolut japanischem Flair, eine Optik wie gemalt und einem gewöhnungsbedürftigen Hauptcharakter (einem Wolf), konnte Okami zwar nicht viele Fans finden, diese sind aber vom Spiel absolut überzeugt.
Auf eine ähnliche Schiene fährt auch Muramasa - The Demon Blade. Das ganze Design und Darstellung orientiert sich an typischen, japanischen Elementen und das Cover lässt eher auf einer weitere Serien-Versoftung vermuten. Doch man sollte sich wirklichen den Gefallen tun und das Spiel dennoch mal spielen.
Warum, verrät dieser Test.
Aller Anfang ist schön
Wenn man die Disc startet, wird man zuerst von bekannten Firmenlogos begrüßt, welche man auch schon z.B. von No more Heroes kennt. Das eigentliche Menü ist wirklich ein Augenschmauß und weiß mit tollen Bildern zu beeindrucken. Nachdem man eine Speicherdatei erstellt hat, wählt man einen von zwei Schwierigkeitsgraden aus (welchen man aber auch im Spiel ändern kann) und mit wem man spielen möchte. Welchen Charakter man wählt, muss man aber aus dem Namen erlesen, wenn man ihn kennt, denn es gibt sonst keinen Hinweis darauf ob es der Mann oder die Frau ist. Das ist aber auch weniger schlimm, denn man wird sowieso beide spielen wollen, doch dazu später mehr.
Schnell gelangt ihr in ein Tutorial, welches euch die grundlegende Steuerung erklärt. Diese klingt kompliziert, ist aber nicht vollständig nötig, da die Kämpfe nicht so aufwändig sind. Wen die Einführung nicht interssiert, kann sie auch überspringen, womit wir zum eigentlichen Spiel kämen.
Umfangreicher als man denkt
Das eigentliche Spielprinzip von Muramsa ist nicht neu und auch nicht besonders aufwändig. Ihr lauft mit eurem Charakter durch die frei begehbaren und komplexen Levels und metzelt haufenweise Gegner in allen Formen und Größen ab. Die Gegner kommen zufällig und meistens müsst ihr euch in einem begrenzten Feld bewegen. Für jeden erledigten Gegner und jeden erfolgreichen Kampf, bekommt ihr Erfahrungspunkte und Geld, sowie Seelenkraft. Eure Energieanzeige wird durch eine brennende Kerze symbolisiert, welche sich mit steigendem Level erweitert. Um Energie zu zurückzugewinnen, müsst ihr essen. Entweder esst ihr Reis, Widlschwein, Fasan, Süßkartoffeln oder andere feine Sachen, die ihr aber erst selbst zubereiten müsst. Soweit so unspektakulär.
Der eigentliche Clou liegt in den Kämpfen und dem unfangreichen Waffenarsenal. Ihr habt immer drei Schwerter in petto. Jedes Schwert hat seine Stärken und Schwächen, sowie besondere Fähigkeiten und Spezialangriffe. Warum ihr drei mit euch rumschleppen müsst? Das liegt daran, daß auch die Schwerter eine Energieleiste haben. Werden zuviele Spezialangriffe ausgeführt oder zuviele Angriffe geblockt, nimmt die Energie ab und das Schwert zerbricht. In dem Fall müsst ihr schnell per Tastendruck die Waffe wechseln und mit dem nächsten Schwert weiterkämpfen, während das kaputte Schwert sich selbst in der Scheide regeneriert. Beim Wechsel des Schwertes führt ihr meistens eine mächtige Attacke aus, die über den ganzen Bildschirm geht.
Um nicht auf der Stelle stehen zu bleiben, kann man natürlich auch neue Schwerter erwerben, bzw. selbst schmieden. Dafür muss man gewisse Vorraussetzungen erfüllt haben und schon kann das Schmieden losgehen. Ihr habt in einem Menü gleich alle Schwerter im Überblick. Wie in einem Stammbaum hängt es von euch ab, welche Schwerter ihr erlangt. Ihr könnt Schwert C nicht schmieden, wenn ihr nicht die darüberliegenden Schwerter A und B geschmiedet habt. Hinzu gibt es auch Schwerter, die ihr nach einem Bosskampf erlangt. Diese haben die besondere Eigenschaft verschiedenfarbige Barrieren zu zerschlagen, um in Spiel weiterzukommen. Ihr müsst es aber nicht ausgerüstet haben, wenn ihr Bessere in der Tasche habt.
Das Tolle hier: Es gibt Bereiche die von weißen Barrieren versperrt werden. Diese könnt ihr erst zerschlagen, wenn ihr jeweils die Story beider Charaktere durchgespielt habt und das entsprechende Schwert schmieden könnt. Somit wird man definitiv beide Varianten spielen wollen.
Die beiden Geschichten unterscheiden sich geringfügig, zumindest was den Spielablauf angeht. Man besucht die selben Orte, nur das die Frau auf den anderen Seite der Karte anfängt, wie der Mann und das teils unterschiedliche Orte besucht werden (z.B. die Hölle). Auch der Inhalt der Geschichte ist unterschiedlich, sowie die Bossgegner. Es lohnt sich also, beide Storys zu erleben.
Schön, wunderschön, Muramasa
Eines vorweg: Muramasa setzt voll auf klassische Ansichten. Undzwar in 2D. Das ist aber keineswegs von Nachteil. Es sieht fast aus wie ein zweidimensionales Okami. Das ganze Spiel, die Charaktere, die Orte, alles wurde gezeichnet und digitalisiert und das sieht man dem Spiel in jeder Sekunde an. Noch nie sah ein Spiel so atemberaubend und wunderschön aus, wie in Muramasa. Überall gibt es kleine Animationen und traumhafte Ausblicke. Sei es Weizenfelder durch den der Wind weht, oder tiefe Wälder, deren Dunkelheit von Sonnenstrahlen durchbrochen wird. Überall wird man von der malerischen Grafik aus den Socken gehauen. Man sieht die Liebe zum Detail an jedem Strich und an jeder Animation. Dazu ein ganz ganz dickes Lob an die Entwickler und Künstler. Gut, man wird viele Orte öfter vor die Linse bekommen und man könnte dem Spiel hier vielleicht etwas mehr Abwechslung zumuten, doch das fällt spielerisch nicht ins Gewicht.
Auch die Musik steht dem im nichts nach. Natürlich ganz im japanischem Stil, doch gestaltet sich das Ganze atmosphärisch und mit eindrucksvollen Melodien. Technisch gibt es hier wirklich nichts zu meckern. Ein Hit. (Unbedingt die Screenshots und den Trailer anschauen!!!)
Ein absoluter Geheimtipp
Sicherlich wird Muramasa - The Demon Blade nicht wie wild aus den Regalen gerissen, weil es einfach zu speziell ist. Auch Okami erging es schon so, dabei ist es eines der besten Wii-Spiele überhaupt. Das ist sehr schade, doch ich kann hier nur an euer Spielerherz appelieren und euch raten: Kauft dieses Teil! Das hat es verdient. Euch werden hier mehr als 20 Stunden Spielspaß in optischer Perfektion geboten und das sollte keiner verpassen!
+ Wunderschöner, malerischer Grafikstil
+ Einfache Steuerung
+ Tolle Story und prägende Charaktere
+ Zwei unterschiedliche und doch verbundene Geschichten
+ Mehr als 20 Stunden Spielzeit
+ Haufenweise Schwerter
+ Die Kämpfe machen einfach Spaß
- Vielleicht etwas mehr Abwechslung was die Orte angeht
Wiikend-Wertung: 91%
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