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Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen

Genre Sport
Spieler 1-4

 

Was war es nicht immer eine heiße Debatte Anfang der 90er: Wähle ich den blauen Igel oder doch den rothosigen Klempner? Verkaufstechnisch lieferten sich bereits damals beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Jetzt, beide etwas reifer, aber dennoch im Saft ihres Lebens, treten sie erneut gegeneinander an. Diesmal vereint in einem Spiel, bei dem der olympische Gedanke im Vordergrund steht.


Volle Hütte

 

Die Olympiade 2008 lädt zu sportlichem Mehrkampf und 16 Kämpfer folgen diesem Ruf. Unter ihnen befinden sich, neben den beiden Galionsfiguren Mario und Sonic, noch jeweils sieben weitere Charaktere aus den Häusern Nintendo und Sega. Je zwei beider Seiten finden sich dabei in den Fähigkeitsklassen Kraft-, Schnelligkeit-, Geschicklichkeit- und Allroundtyp wieder. Von Tails über Yoshi und Daysi bis zu Wario und Dr. Eggmann sind die bekanntesten Gesichter vertreten. Bei de späteren Wahl des Charakters für den Wettkampf sollte also genau auf die Eigenschaften geachtet werden - sie können die Zehntelsekunde oder die wichtigen Zentimeter bedeuten. Sehr witzig ist auch der Einfall, das eigene Mii als Athlet verwenden zu können.

 

"Zirkeltraining"

 

Nach einem sehr schönen Intro gelangt der Spieler ins Menü, wo ihn drei Spielmodi sowie eine Galerie volle Mikrospiele und die erreichten Rekorde. Im ersten Modus, dem Einzelmatch, kann der Spieler sich unterschiedliche Sportarten aussuchen, in denen er sich mit dem Computer oder Freunden misst. Dabei fungiert dieser Modus als Art Training, das nicht als eigener Punkt im Spiel aufgeführt ist. Gleichzeitig können aber trotzdem schon Rekorde gebrochen und Medaillen errungen werden. Auch wenn zu Beginn noch nicht alle Disziplinen verfügbar sind, so sollte man diesem bereich seinen ersten Besuch abstatten, um die teilweise umfangreiche Steuerung der einzelnen Wettkämpfe zu erlernen.

 

Damit alle Disziplinen verfügbar sind, muss der Zirkelmodus in drei Klassen absolviert werden. In der Anfängerklasse gilt es in fünf unterschiedlichen Zirkel, die die Namen von Planeten tragen, zu bestehen. In je drei Einzeldisziplinen sollte man es in der Gesamtwertung aufs Treppchen schaffen, besser noch natürlich Gesamtsieger werden, um einen schnieken Pokal abzugreifen. Die Kombination der Wettkämpfe ist dabei bunt gestaltet, so dass man sich gut überlegen sollte, welchen Athleten man wählt. Kein Wettkampf konzentriert sich also beispielsweise nur auf Kraft oder Technik. Je mehr Zirkel man absolviert und vor allem je besser diese beendet werden, desto schneller und mehr weitere Disziplinen werden freigeschaltet. In den darauf folgenden Klassen tritt man dann jeweils in mehr Einzeldisziplinen an. Auch ein freier Zirkel ist möglich.

 

Die dritte Variante der sportlichen Betätigung in Mario und Sonic ist der Missionsmodus.
Hier gilt es mit jedem Charakter sechs Missionen, in sechs Disziplinen zu absolvieren und dabei sechs goldene Sterne zu erlangen. Der Motivationsfaktor ist also durchaus auch auf längere Sucht gegeben. Allerdings können auch hier erst alle Disziplinen gespielt werden, wenn sie bereits freigespielt wurden.


Für die Galerie

 

...sind zum einen die eigenen Rekorde und Medaillen, die man sich beim Schwimmen, Hürdenlauf oder Hammerwerfen erarbeitet hat und die man genialerweise mit „Sportlern" aus aller Welt vergleichen kann. Durch die Konkurrenz außerhalb der eigenen vier Wände setzt man sich verbissener daran, seine Leistungen zu steigern. Nur so am Rande: mein 100-Meter Rekord liegt bei 9,544 Sekunden und damit bin ich nur Mittelmaß.

Hier kann man sich auch die ganze Fülle der bereits erworbenen Abzeichen und Sonderplaketten ansehen, die es im Spiel durch besondere Leistungen abzuräumen gibt.
Hat man beispielsweise einen Raketenstart oder Start-Ziel-Sieg hingelegt, wird dies mit einem Extra-Button belohnt. Das ganze bedeutet einen weiteren Motivationsschub, da es ordentlich lange dauert, bis man alle Plaketten besizt.

 

Im Unterpunkt Galerie finden sich dann keine Bilder oder Kunstwerke, wie vielleicht vermutet, sondern ein kleines Schmankerl. In fünf Mikrospielen können Hintergrundinformationen zu den Olympischen Spielen durch Spiele wie „Sortier die Bälle" oder „Hau den Gumba" erreicht werden. Es sollte dabei durchaus deutlich sein, dass diese kleinen Aufgaben für die jüngere Generation gedacht sind und als kleiner Bonus wirklich toll ins Bild passen.

 

Rennen, Schwimmen, Werfen

 

Im Stadion geht es dann ans Eingemachte. Egal ob auf Mission oder Im Zirkelmodus, jetzt heißt es konzentrieren und Alles geben. Hat man einen entsprechenden Wettkampf gewählt, geht es auch direkt los. Ich habe den Weitsprung gewählt. Das Stadion wird eingeblendet die Kamera fährt die Laufbahn entlang, schwenkt kurz aufs (nicht wirklich gelungene 2D-) Publikum und stoppt vor dem Athleten, der locker die Beine ausschüttelt und bei Namensnennung den Fans zuwinkt.


Bevor es losgeht kann sich der Spieler noch einmal in Ruhe die Steuerungsfunktionen durchschauen. Dabei wird Schritt für Schritt erklärt, wozu welche Funktion gut ist. In Manchen Disziplinen (wie beim Schwimmen oder 3-Sprung) ist das anfangs etwas zu viel des Guten, da man sich nicht alles merken kann. Hat man die einzelnen Sportarten aber zwei- dreimal gespielt, stellt auch das kein großes Problem mehr da.
Zurück im Stadion motiviere ich vor meinem Sprung die Zuschauer nochmals per Klatschbewegung, indem ich Wiimote und Nunchuk in gleicher Funktionsweise Bewege.
Die Animationen der einzelnen Athleten sind dabei abwechslungsreich und unterhaltsam, wenn Mario freundlich strahlend wild in beide Hände klatscht oder Shadow nur gönnerhaft mit einer Hand wie Caesar Applaus fordert.


Habe ich das Publikum also motiviert, reiße ich Wiimote und Nunchuk schnell auf und ab um zu sprinten bis eine Tempogrenze erreicht ist, kurz vor dem Absprung ziehe ich die Wiimote nun schwung- aber gefühlvoll nach oben und springe bei richtigem Timing graziös in den Sandkasten. Timing ist hier wie auch im übrigen Spiel oft der Schlüssel zum Erfolg und die Steuerung funktioniert in den meisten Fällen ähnlich. Wirklich ausgenommen sind hier allerdings Skeet- und Bogen schießen oder auch Tischtennis, bei denen der Bewegungsablauf der Realität schon sehr nahe kommt.

 

Der Schwierigkeitsgrad ist durchaus erfrischend, wenn auch nicht immer ganz ausgeglichen. Manche Disziplinen erfordern etwas mehr Feingefühl und Ausdauer, um sich einen Platz auf dem Treppchen zu behaupten, andere wiederum lassen sich direkt beherrschen. Ich hab bereits nach den ersten Versuchen im 100-Meter-Lauf sowie beim Hürdenlauf den WR und OR geknackt. Das macht Freude und schont den Frustfaktor. Zwar ist deswegen teils „Learning-by-Doing" angesagt, was aber nur begrenzt stört.
Nerviger ist da schon das andauernde an- und abstöpseln des Nunchuk je Disziplin. Denn wird er nicht benötigt, geht es erst weiter, wenn er wirklich abgestöpselt wurde. Wird er im nächsten Wettkampf wieder benötigt und besteht ein Wettkampf aus vier oder mehr Disziplinen ist dies auf Dauer störend und nicht unbedingt Material schonend. Dabei wäre es kein Problem gewesen ihn angesteckt zu lassen, da dies nicht stört.

 

Neben den Leichtathletiksportarten wie Hürdenlauf oder 400-Meter-Staffel gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Kategorien, insgesamt 20. Darunter auch Traumdisziplinen, die quasi gepimpte Sportbereiche sind.

 

Und sonst?

 

Grafisch macht das Spiel einen guten Eindruck. Es gibt keine Fehler und Umgebung, Abläufe sowie Details sind sauber gestaltet. Die Umsetzung der Bewegungsabläufe mit Wiimote und Nunchuk funktionieren ohne große Probleme, ganz selten ist die Reaktion, etwa beim Weit- oder 3-Sprung, gelegentlich etwas ungenau.
Jeder der Charaktere hat seine eigenen Sprachsamples, die ebenfalls stimmig sind und ins Gesamtkonstrukt passen.
Geht man das ganze zu zweit, dritt oder viert an, lässt sich noch mehr rausholen und der Spielspaß noch einmal steigern, da reale Gegner doch immer anderes spielen, als der Computer.

 

Fazit

 

Es gibt Excite Truck, Tony Hawk, SSX Blur, Wii Sports und noch einige mehr, aber die Olympiade mit Mario und Sonic ist eindeutig das bisher beste Sportspiel für die Wii. Die Steuerung funktioniert in 99% der Fälle einwandfrei und auch die Umsetzung auf die jeweilige Sportart ist stimmig in Szene gesetzt. Der Motivationsfaktor ist sehr och, da es zig verschiedene Boni freizuspielen und Rekorde zu knacken gilt, seien es Medaillen, Pokale oder Plaketten. Der Onlineabgleich der eigenen Rekorde trägt sein Übriges dazu bei. Der Multiplayer setzt dem ganzen noch die Krone auf, da es mit drei Freunden noch größeren Partyspaß gibt als bei Rayman Raving Rabbids 2.

 

--> by Rafael

+ Mii-Unterstützung
+ Klasse Multiplayerspass
+ Sehr gut umgesetzte Wii-Steuerung
+ Missionsmodus + Zirkel Online Highscore-Vergleich

 

- Nunchuk an-/abstöpseln je nach Spiel
- Teilweise unausgeglichener Schwierigkeitsgrad

 

Wiikend-Wertung: 85%

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