| Genre | Sport |
| Spieler | 1-4 |
Mit der Reihe New Play Control startet Nintendo eine Offensive alter GameCube-Spiele für die Wii. Klassiker werden hier mit neuer Steuerung versehen und sollen sich besser, oder einfach anders spielen lassen, als ihr Vorgänger auf dem Würfel. Mit Mario Power Tennis steht ein erstes Spiel dieser Serie nun in den Händlerregalen. Was die Neuauflage kann, und ob die neue Steuerung wirklich besser ist, erfahrt ihr in unserem Test.
Aus alt mach neu
Nintendo lässt seine alten Tophits nicht verkommen, sie haben schließlich mal für Furore und Ansehen gesorgt. Mit Mario, Luigi und Co. feiert die ganze Rasselbande ein Revival auf dem grünen Rasen. Nein, nicht dem Fussball-Grün, sondern dem Tennis-Grün.
Und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, wurde der Center Court auch nicht groß umgestaltet, sondern behält seinen GameCube-Charme. Einzig die Handhabung ist neu, denn diese geht nun mit der Wiimote von der Hand und nicht mehr mit dem starren Controller. Per Pointer-Funktion wird im Menü zwischen Match, Turnier und Minispielen gewählt und schon kann es in Wii Sports Tennis-Manier losgehen. Oder vielleicht doch nicht? Denn die neue Steuerung zeigt direkt mal ihre Krallen und gibt sich tückisch.
Früher war alles besser
Das Motto stimmt zwar nicht immer, in diesem Fall aber leider schon. War die GameCube-Steuerung noch präzise und es kam tatsächlich auf's Timing an, muss man sich jetzt zumeist
die Haare raufen. Dabei wollte Nintendo es wohl allen recht machen und hat vier verschiedene Schwierigkeitsgrade eingebaut - von komplett automatisch mit nur der Wiimote bis hin zu vollständig
manuellem Spielbetrieb mit Nunchuk-Einsatz. Keine schlechte Idee, doch verkommt das Spiel mit reiner Wiimote-Steuerung zu einem schlechten Wii Sports Tennis, da nur wild gefuchtelt werden muss, der
Ball dabei schon irgendwie getroffen wird und man zu seinen Punkten kommt. Schaltet man alles auf manuell, sprich: laufen, hechten und Powerball, gelingt selbst gegen Kontrahenten im Schweregrad
„Anfänger" nicht eine Schnitte. Zu ungenau sind die Bewegungen von einander differenziert. Da möchte man einen schönen Schmetterball auspacken, spielt aber einen Stop. Holt wild zu einem Top Spin
aus, fummelt aber einen müden Lob auf den Platz. Natürlich kann der ungewollte Lob den Gegner genauso überraschen wie sich selbst, Spaß ist aber anders.
Also wählt man eine Steuerungsvariante mit halb manueller und halb automatischer Einstellung. Das bedeutet zwar immer noch keine Schlaggenauigkeit, macht aber immer noch am meisten Spaß, da die
gespielten Bälle ungefähr zur Bewegung passen.
Umfeld? Solide!
Was aber die Belegschaft angeht, hat Nintendo saubere Arbeit geleistet oder besser gelassen. Die 14 wichtigsten Charaktere kreuzen erneut die Schläger und treten mit jeweils zwei
verschiedenen Powerschlägen plus den normalen Tennismoves gegeneinander an. Das ganze nach wie vor in schönen, bunt gestalteten Arenen, die allesamt etwas Einzigartiges haben - ganz Nintendo-like
eben. Die Sounduntermalung nervt zeitweise etwas, was bei einem Arcade-Titel aber nicht wirklich verwundert. Witzig ist die „Sprachausgabe", welche über die Wiimote zu euch spricht.
Der sonstige Umfang ist in Ordnung bis dürftig: es gibt eine ganze Reihe Turniere sowie Minispiele zu absolvieren, die kleine Gimmicks freischalten. Viele Spieler sind hiermit zufrieden, echten
Cracks wird aber mindestens die Karriere fehlen. Ebenfalls erneut fehlt ein Online-Modus, so dass auf ein normales Doppel zurückgegriffen werden muss, um Multiplayer-Action zu erleben.
Nintendo zeigt hier mit der NewPlayControl-Reihe eindeutig, dass sie nichts Neues zu den Titeln hinzufügen wollen, sondern dass es einzig auf die erneuerte Steuerung der alten GameCube-Spiele
ankommt. Das ist soweit ja auch völlig in Ordnung, nur sollte diese dann auch wirklich einwandfrei funktionieren.
Fazit
Wer die GameCube-Fassung besitzt, sollte es auch dabei belassen und sich an der guten Steuerung erfreuen. Wer die alte Fassung nicht hat, kann durchaus zugreifen, wenn er von kleineren Schwächen beim Wiimote-Schwingen absieht und auch mit schwammiger Fuchtelsteuerung einverstanden ist. Nintendo macht keinen Hehl daraus, dass es eine Neuauflage eines Klassikers ist, weshalb der Titel auch nur knapp 30 Euro kostet. Doch sollte man dann auch zusehen, dass dem Klassiker das neue Steuerungs-Gewand auch passt und nicht wie ein Fetzen am Leib hängt.
--> by Rafael
+ Vier Schwieirgkeitsgrade durch unterschiedliche Steuerungsvarianten
+ Sehr kinderfreundlich
+ Günstiger Preis
- Nichts Neues
- Schwammige, ungenaue Steuerung
- Fehlender Online-Modus
- Kein GameCube-Pad nutzbar
- Nahezu identisch mit Sega Superstars Tennis
Wiikend-Wertung: 68%
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