Mini Ninjas

Genre Action
Spieler 1

 

Es gibt Spiele, denen sieht man es garnicht an, wieviel Spielspaß dahinter steckt. Manche Spiele täuschen auf den ersten Blick und locken einen vielleicht garnicht erst zum Probe spielen, doch wenn man sie dann doch erstmal gespielt hat, kommt man nicht mehr davon weg. Mini Ninjas ist eines davon. So ging ich anhand von Screenshots davon das es sich um ein weiteres uninspiriertes Kinderspiel handelt, doch als ich es auf der GamesCom mal angespielt habe, war ich doch schwer begeistert. Warum, lest ihr in diesem Test hier.

Die ersten Minuten

Nach dem Einlegen des Disc wird man erstmal kurz von den Entwickler-Logos begrüßt, danach kommt auch schon schnell das übersichtliche Menü. Dieses bietet ansich gewöhnte Kost, lediglich einen Menüpunkt mit den Extras fällt auf, in dem man sich Videos der einzelnen Ninjas anschauen kann, nachdem sie freigeschaltet sind. Doch beginnen wir mit dem Spiel:

 

Das Gameplay

Nach einem toll inszenierten Video, welches die Vorgeschichte erzählt, beginnt man mit dem "Hauptninja" Hiro. Mit ihm erlernt man die Steuerung und das Spielprinzip. Hiro hat besondere Fähigkeiten, welche die kommenden Ninjas nicht haben. So kann er sich z.B. in andere Tiere versetzen und deren Kontrolle übernehmen oder Feuerbälle, Tornados, Blitze und Eisregen schießen. Tiere laufen im Spiel zu Hauf rum und so hat man immer die Möglichkeit sie zu steuern. Allerdings ist das nahezu nie nötig und der Hauptvorteil darin ist, das Tiere besser versteckte Pflanzen aufspüren können, mit denen man z.B. Heiltränke herstellen kann. Die restlichen Ninjas sind ansich nicht wirklich von Nutzen. Nur selten braucht man deren Fähigkeiten und somit spielt man eigentlich fast ausschließlich mit Hiro.

Das Spiel ansich ist nach Levels unterteilt. Ganz klassich also. Worin sich Mini Ninjas allerdings unterscheidet ist die gewaltige Größe der Levels. Stets hat man das Gefühl völlig frei zu sein. Es gibt viel zu entdecken und massig Gegner zu verprügeln. So kann man nach bestimmten Orten suchen um zu meditieren, was den Gewinn eines neuen Zaubers zur Folge hat. Zauber wie die oben genannten Feuerbälle z.B.! Oftmals sind solche Stellen sehr gut versteckt und man findet sie nur schwer. Dort wird klar wie dicht und doch groß die Levels sind.

Durch das erledigen der Gegner erhält man Erfahrungspunkte. Hat man genügend davon gesammelt, steigt man ein Level und man bekommt z.B. die Energie erweitert.

Streng genommen ist das eigentliche Gameplay nicht weltbewegend, doch es macht einfach Spaß sich mit den lustigen Gegner anzulegen und das Spiel wird einfach nicht langweilig, da die Levels abwechslungsreich und beeindruckend gestaltet sind. Wo wir beim nächsten Punkt wären:

 

Die Technik

Wie ich schon sagte, macht das Spiel auf den ersten Blick einen müden Eindruck. Warum? Naja, die Grafik ist relativ schlicht gehalten. Nichtmal die PS3-Fassung sieht wirklich besser aus. Ist halt der Grafikstil von Mini Ninjas. Doch sieht man es in Bewegung und erfasst erstmal die Dichtigkeit der Wälder und die Freiheit der Felder, ist man schnell beeindruckt. Man läuft durch hohes Gras und nah aneinander stehenden Bäumen. So tolle Wälder hätte ich mir in Zelda auch gewünscht. Selbst die Levelbegrenzungen wirken erst garnicht als solche und erlauben einen Blick in weite Dickicht. Alle Levels wirken aus einem Guss und absolut einladend. Teilweise würde man sich am liebsten einfach ins Gras legen und dort schlafen.

Doch so paradisisch die Bambuswälder und Reisfelder wirken, so gruselig und faszinierend wirken der Friedhof und die abendlichen Wälder. Die Levels sind stets toll präsentiert und wirken absolut glaubwürdig. Aber nicht nur grafisch weiß das Spiel zu überzeugen, auch die Sprachausgabe ist klasse gelungen. Dafür haben die Verantwortlichen gute Synchronsprecher ausgewählt, unter anderem auch die deutsche Stimme von Athur aus King of Queens.

 

Die Steuerung

In dem Punkt gibt es eigentlich nichts zu meckern. Leicht zu erlernen, leicht zu meistern und dennoch nicht eintönig. Mit "A" springt man (unerwartet gibt es keinen Doppelsprung), mit "B" schwingt man das Schwert. Durch Druck auf das Steuerkreuz unten nutzt man eine von Hiros Fähigkeiten, was allerdings ein wenig umständlich gelöst wurde, denn man kann nur eine Spezialfähigkeit auf eben nur diese eine freie Taste legen. Will man wechseln, muss man durch Steuerkreuz rechts erst ein Kreismenü aufrufen, in dem eine andere Fähigkeit ausgesucht wird, welche dann die alte ersetzt. Auch dieses Kreismenü lässt sich im Taschenmenü editieren. Dieses ganze hin und her sorgt dafür das die Kämpfe weniger abwechslungsreich ausfallen, wie es eigentlich hätte sein können. In den meisten Fällen haut man einfach mit der "B"-Taste auf die Gegner drauf.

Dafür kann man auch im Sprung gezielt auf einen Bösewicht eindreschen. Eine wirklich sinnvoller Einsatz bringt der Mehrfachangriff. Hat man mindestens einen von drei aufzusammelnden, roten Kugeln in petto, kann man durch gleichzeitiges drücken der "A" und B"-Taste die Zeit anhalten und mehrere Gegner anvisieren. Lässt man dann die Tasten wieder los greift der kleine Ninja diese Gegner in Sekundenschnelle nacheinander an. Super Funktion.

Schwingt man die Nunchuck, holt man einen großen Hut heraus mit dem man sich für Pfeilen schützt oder ihn glatt als Boot misbraucht, um schneller durch´s Wasser zu gleiten.

Ansonten läuft die Bedienung sehr flüssig und lässt keine Wünsche offen.

 

Der Spielspaß

Ich war überrascht, wieviel Spaß das Spiel macht. Die Tatsache das man Energie etc. erweitern kann und in den Levels viel entdeckt werden will reizt die Orte wirklich ausgiebig zu erforschen. Der Witz stimmt, die Atmosphäre ist klasse und es gibt eben wenig Spiele, die so wunderschöne Orte bieten. Bestenfalls Okami oder Zelda aber Mini Ninjas ist kein Action Adventure im Sinne solch großer Titel und nimmt viele Elemente vom Jump´n Run mit rein. Unverbrauchtes Setting und viel Spielspaß ist hier angesagt. Meiner Meinung nach sollten auf Erwachsene einen Blick auf das Spiel werfen, denn nicht jeder Ninja muss Blut ohne Ende vergießen.

+ Geschmeidige und flüssige Grafik

+ Wunderschöne Umegbungen

+Viel zu entdecken

+ Passende, musikalische Untermalung

+ Eingängige Steuerung

+ Viel Witz

+ Gelungene deutsche Sprachausgabe

+ Sehr große Levels

+ Erweiterbare Charaktereigenschaften

 

- Andere Ninjas wenig sinnvoll

- Umständliche Fähigkeiten-Ausrüstung

- Kamera muss oft justiert werden.

Wiikend-Wertung: 88%

Releases

 

07.06.2012

Rayman Origins

 

15.06.2012

Heroes of Ruin

 

29.06.2012

Spirit Camera

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