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Kororinpa

Genre Geschicklichkeit
Spieler 1-2

 

Wer bei „Koro“ auf das genitale Retraktionssyndrom schließt und bei „Rinpa“ an einen japanischen Malstil aus der Vergangenheit denkt und dies dann zu einem Genitalienmalspiel kombiniert ist zum Glück auf dem Holzweg, denn wer das Cover des Spiels genauer betrachtet, sieht die Überschrift über dem Spieltitel - „Ball Rolling Maze Game“ , zu Deutsch Kugellabyrinth-Spiel.

Wer sich nun an Kindertage erinnert fühlt und mal wieder ein kleines Minispielchen im Stile der alten Kugellabyrinthe aus Holz wittert ist buchstäblich wieder auf dem Holzweg.

 

„Hilfe! Alles dreht sich!“

 

Alles dreht sich – Die Welt, in diesem Fall der Parcours, dreht sich frei im Raum durch die Bewegungen eurer Wiimote. Egal wie man die Fernbedienung aus dem Lot bewegt, die Welt auf dem Bildschirm tut das Gleiche und die Kugel kommt, der  guten Physik halber, ins Rollen!  Ziel des Spieles ist es die Kugel, so schnell wie möglich, ins Ziel zu bringen.  Klingt simpel? Wäre es auch, wenn es da nicht noch die 4-10 roten Kristalle gäbe, die es auf dem Weg zum Ziel einzusammeln gibt, ehe sich dieses benutzen lässt.  Immer noch zu simpel? Okay, im Gegensatz zum alten Holzlabyrinth muss man diese Parcours auch um 90°-180° in alle Richtungen kippen um beispielsweise Wände zu erklimmen oder Lücken in der Bahn zu überbrücken. Steilkurven, das Runterfallen im 90° Winkel  oder auch das Überspringen von Lücken werden mit zunehmendem Fortschritt eure ständigen Begleiter. Ihr meint, dass das trotzdem noch locker zu meistern ist? Respekt soweit, aber die Jungs und Mädels von Hudson haben sich schon gedacht, dass es Könner wie euch gibt. Deshalb wurde noch eine gehörige Portion an Objekten, wie  Fahrstühlen, Förderbändern, Rutsch- und Klebeflächen, sowie Magnetstrecken hinzugefügt.

 

„Das ist aber niedlich!“

 

Vom optischen Aspekt her ist das Spiel den Erwartungen entsprechend, nicht mehr und nicht weniger.  Man findet in den fünf verschiedenen Welten schöne gerenderte Hintergründe mit sich teilweise bewegenden Objekten, passend zu den Themenbereichen. Die Bahnen selbst orientieren sich ebenfalls optisch an dem Thema der Welt und passen sich stimmig in den Hintergrund ein. In der Gartenwelt beispielsweise rollt man überwiegend über Holzbretter und Baumstämme vor dem Hintergrund einer schönen grünen Wiese mit einigen Blumen. Im Zuckerland hingegen rollen wir über Waffeln, Schokolade und andere Leckereien.  Im Falle eines Falles stürzt man hier einem reichlich mit Kuchen gedeckten Tisch entgegen!  Außer diesen beiden Welten gibt es noch die Spielzeugwelt zu bestaunen. Demgegenüber stehen die etwas tristen Welten der Tag- bzw. Nachtstadt.

Das der 20 freizuschaltenden Kugeln reicht von Pandabärkugel, über Planetenkugeln bis hin zu Basketbällen. Das Tolle an den Kugeln sind allerdings deren unterschiedliche Eigenschaften. Wo der Pandabär eine Anfängerkugel ist, die langsam rollt und kaum springt ist, ist hingegen der Basketball eine flotte, aber sehr sprunghafte Angelegenheit.

 

„Easy to handle but hard to master“

 

Man wird natürlich nicht sofort mit sämtlichen Schikanen und Kugeln des Spieles konfrontiert, sondern schaltet in einer recht weichen Lernkurve eine immer höhere Schwierigkeit frei. In der Gartenwelt führt einen das Spiel langsam an immer schwierigere Aufgaben heran, alles noch mit genügend Platz und gegebenenfalls mit Seitenbanden. Man lernt hier auf einfache Weise den Umgang mit der Wiimote bzw. dem Spielbrett und verliert etwas den Respekt vor Steilkurven und kurzen Sprüngen. Das Spiel überfordert den Laien nie. Man kann immer wieder neustarten und ein Zeitlimit gibt es nicht, ob man allerdings mit ein bis zwei Extraversuchen noch eine der Medaillen gewinnt ist fraglich. Im späteren Spielverlauf werden dem Spieler sogar Speicherpunkte innerhalb der Strecken geschenkt, auf welche man zurückgesetzt wird, um nicht ganz von Beginn an starten zu müssen. Somit dürfte das Durchspielen mittelfristig selbst den motorisch weniger versierten Menschen möglich sein! Nun ist es natürlich eine Frage des Ehrgeizes, ob man sich mit der Beendigung eines Levels begnügt oder doch versucht, Bronze, Silber oder gar Gold zu holen und einen Rekord aufzustellen. Mir persönlich waren die Zeiten um Gold zu erreichen teilweise zu hart, so konnte ich mich, mit einem etwas gekränkten Stolz, auch mit Silber begnügen. Wer aber ein wahrer Highscorejäger ist wird seine Freude haben, denn der Lernerfolg ist beinahe täglich zu erkennen, wenn man sich darauf einlässt.

 

„Maaan ich bin sowas von durch!“

 

Denkste! Durch ist man noch nicht, wenn man die 50 Level beendet hat, denn es bleibt einem noch dreierlei zu tun (außer die Highscores zu verbessern). Erstens kann man sämtliche Levels nochmal in gespiegelter Form durchspielen oder man sammelt zweitens in jedem Level den grünen Kristall ein und schaltet dadurch 10 Bonuslevel frei. Die grünen Kristalle sind teils versteckt, teils offen sichtbar und meist nur durch geschickte Handhabung und schnelle Drehungen der Fernbedienung zu erreichen. Die Bonuslevels an sich sind ziemlich öde, meist muss man hier nur eine bestimmte Anzahl an Kristallen sammeln um das Ziel zu öffnen. Man stellt sich unter einer Belohnung sicherlich etwas Besseres vor, nichtsdestotrotz muss das durchs „Silber holen“ angekratzte Ego wieder einen Schub bekommen, indem man sämtliche Kristalle sammelt.

Die dritte Möglichkeit ist der 2-Spielermodus in dem man zu zweit im Splitscreenmodus die gleiche Strecke versucht schneller zu meistern. Man kann jederzeit den Gegner auf der Strecke sehen, ihn allerdings nicht berühren. In guter Rennspielmanier jagt man über die Pisten und versucht, trotz des Verfolgers im Nacken, die schwierigen Stellen schnell zu meistern, häufig vom hämischen Gelächter des Mitspielers begleitet, während man dem Abgrund entgegen segelt.

 

Fazit:

 

Im Großen und Ganzen ist Kororinpa ein gelungenes Spiel. Gute Steuerung, angemessene Optik und ein Schwierigkeitsgrad, der Gelegenheitsspieler und Highscorejäger fordern kann. Trotzdem bietet das Spiel zu wenig Abwechslung und zu wenige Belohnungen um lange fesseln zu können. Nur hartgesottene Profis werden sich wohl abmühen um überall Gold zu gewinnen. Nach dem Durchspielen reicht es aber nur noch zum entspannen für Zwischendurch oder zu ein paar heißen Rennen im Multiplayer.

 

--> by Wilko (Gastreview)

+ Zweckdienliche Optik

+ Sehr gute Bedienung

+ Spaßiger, kurzweiliger Mehrspielermodus

+ Viele verschiedene Kugeln…

+ … mit unterschiedlichen Eigenschaften

+ Goldwertungen, sogar für Profis anspruchsvoll

 

- wenig Abwechslung

- kurze Spielzeit

- sehr geringer Schwierigkeitsgrad

Wiikend-Wertung: 70%

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