| Genre | Sport |
| Spieler | 1-4 |
Der King lebt...Tiger Woods und Wii Sports haben auf der großen Bahn vorgelegt, nun zieht King of Clubs auf der kleinen Bahn nach. Der King lädt zum Kräftemessen in Nevada und fünf wagemutige Minigolfer folgen. Werden Elvis und seine Freunde dem Tiger das Wasser reichen und den Miis in der Arcade-Sektion den Rang ablaufen können?
Der King lebt...
Welcher Fan wünscht sich das nicht - mit Elvis eine ruhige Kugel schieben? In der Realität zwar nicht möglich, dafür aber auf Nintendos sportlicher Konsole. Und weil Elvis ja nicht der einzige extravagante Minigolfer sein kann, hat er seinen fünf Gästen erst einmal völlig abgedrehte Kostüme verpasst. Neben dem King treten unter anderem auch noch Höhlenmensch, Voodoozauberer oder Ritter an.
...und das er bereits tot war, merkt man
Nach einem kurzen Vorspann, der erklärt, wie es überhaupt dazu kommt, dass sechs (inklusive King) verquere Charaktere im Minigolf gegeneinander antreten, gelangt man ins recht spartanische
Hauptmenü.
Hier kann man zwischen Übung, Karriere, Turnier und Speedgolf wählen. Während in der Anleitung nichts von einer Karriere im Minigolf-Business zu lesen ist - dort steht als vierte Option etwas von
Golf-Krieger - fragt man sich, ob Entwickler oder Druckerei geschlampt haben. Auch bleibt es wohl ein Geheimnis der Entwickler, was genau der Golf-Krieger für ein Modus sein sollte, denn die
Erläuterungen zur Karriere (im Spiel eingeblendet) und eben diesem Krieger (in der Anleitung) lassen darauf schließen, dass nicht ein und dasselbe gemeint ist.
Wie dem auch sei, es wird auch gegolft. Wie man sich schon denken kann, geht es bei der Karriere darum, alle 96 Kurse unter Par zu spielen, um Boni und Gimmicks freizuschalten. Dabei sind die Vorgaben teilweise so utopisch, dass man schon ein Trickshot-Künstler sein muss, um die Bahn zu meistern. Zwischendurch müssen noch diverse Extras wie etwas Geld- oder Ballsäcke eingesammelt werden, um die Portokasse aufzubessern oder einen Vorteil gegenüber dem Kontrahenten zu bekommen. Mit den erspielten Moneten begibt man sich dann in den Shop und rüstet sein Equipment auf. Irgendwie alles, wie man es schon von anderen Titeln kennt...nur besser. Denn wirklich groß ist die Auswahl an Rüstzeug nicht.
Bei besonders gut gelungenen Schlägen taucht in großen Schriftzügen ein Lob auf und weist darauf hin, dass mal wirklich etwas gut funktioniert hat.
Es ist auch möglich ein Krass zu spielen, enwteder nur auf einer Bahn oder jedes der neun Löcher. Hat man dies geschafft, erhält man eine Million Dollar, wie das "krass" aussehen soll, steht auf
einem anderen Blatt.
Bleiben neben der Solokarriere noch das Turnier, die Übung und das Speed Golf. Im Turnier tritt man gegen einen Gegner an, der anfangs noch auf Augenhöhe scheint, bei schwierigeren Löchern aber
gnadenlos davon zieht. Auch hier können wieder Gimmicks eingesammelt werden und zusätzlich die Buchstaben B.O.N.U.S., um Extralöcher freizuschalten.
Beim Speed-Golf wird gegen die Uhr angetreten, die Bahn also in einem bestimmten Zeitlimit absolviert. Auch hier ist die Balance nicht wirklich gegeben und die Schlägewerden teilweise hektisch
Richtung Loch gedroschen und die Wii-Fernbedienung in den Fernseher.
Tiger Woods macht's vor
Wo wir schon bei der Wii-Fernbedienung sind: es wurde wieder einmal Potential verschenkt. Wie bei Wii-Sports-Golf muss man den A-Knopf drücken, damit sich eine Leiste füllt, ihn gedrückt halten und
schwingen, um zu schlagen. Mehr wird nicht verlangt, keine Feinabstimmung á la Wind oder Bahnunebenheiten, wovon man in Nevada durchaus ausgehen könnte.
Was bei also selbst bei Wii-Sports-Golf oder Tiger Woods möglich war, lässt King of Clubs völlig außer Acht. Wie weit es wohl zu Loch sein könnte, kann man nur mit einer Kameraeinstellung abschätzen,
eine Anzeige mit grober Feldeinteilung gibt es nicht. Diese fehlende Hilfe bzw. dieser Standard und die schlechte Ballphysik sorgen für ordentliche Frustmomente. Es ist eher Glück als Können, wenn
der Ball versenkt wird. Eher bleibt er auf dem Rand des Loches wie angeklebt liegen, anstatt langsam rein zu plumpsen.
Ein Grauschleier
Das ganze Speaktakel findet zudem in einer tristen - fast auschließlich Braun-, Grau- und Rottöne - etwas steifen Umgebung statt. Nun man erwartet bekanntlich kein Feuerwerk, was die Grafik der
Wii angeht, aber etwas mehr hätte es schon sein müssen. Alle Bahnen wirken irgendwie gleich, kaum Abwechslung, selbst, wenn das Thema der Bahn ändert.
Dazu dudelt die ganze Zeit ein Mix aus Banjo und Synthipop im Hintergrund, was nach einiger Zeit zu nervlicher Anspannung und Kopfschmerzen führt.
Fazit: King? Von was?
Tja, was soll man sagen? Wie schon so oft wird das Potential der Wii nicht genutzt, in diesem Fall teilweise sogar ignoriert. Kings of Clubs hat eine interessante Grundidee - Minigolf ist immer ein verwertbares Thema - aber eine teils desolate Umsetzung. Was hätte man nicht alles kreieren können? Bunte Bahnen mit ausgefallenen Attraktionen darauf, eine bunte Themenvielfalt, wie sie auch in einem Freizeitpark zu finden wäre. In den USA und sogar in Deutschland gibt es genug Vorbilder. Stattdessen servieren uns die Entwickler einen lieblos hingeschluderten, hölzern wirkenden Minigolf-Trauerklos. Es scheint, als hätte man sich darauf verlassen, dass der Geist des King die Sache schon schaukeln wird, dabei wird er sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er vom Missbrauch seines Namens hört. Es genügt nun einmal nicht Assoziationen zu schüren und zu hoffen, dass die Fehlleistung unbemerkt bliebe.
--> by Rafael
+ Witzige Charaktere
+ Versteckte Bonus-Löcher
+ Endgegner an jedem Loch...
+ Gegen Freunde spielen
+ Ausgefallene Bahnen...
- Schnell monoton
- Schlechte Ballphysik
- ...der fast unschlagbar ist
- Nerviger Sound
- ...die an schwacher Grafik leiden
Wiikend-Wertung: 49%
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