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Grand Slam Tennis

Genre Sportspiel
Spieler 1-4

 

Lange musste die Spielergemeinde warten, nun ist es endlich da: Grand Slam Tennis soll das karge Angebot an Tennistiteln für die Wii aufpolieren und endlich für das ersehnte Sportspiel sorgen, dass Wii Sports Tennis ablöst. Egal, ob Top Spin, Mario Power Tennis oder auch Sega Superstars Tennis - sie alle scheiterten. Grand Slam Tennis soll dem Spieler nun eine sensitive genaue Steuerung bieten, die den Tennisplatz ins Wihnzimmer holt. Helfen soll dabei die Hardware-Erweiterung Wii MotionPlus. Was die wirklich kann und ob Grand Slam Tennis der ersehnte Titel ist, lest ihr in unserem Test.

Ein Gefühl, tiefer als zucken
Grand Slam Tennis soll also EAs Antwort auf die Erwartungen der Wii-Tennisfans sein. Endlich kein zappeliges Armzucken mehr, sondern fließende Bewegungen, die auf dem TV auch so umgesetzt werden. Bälle, die dorthin fliegen, wohin sie sollen. Kein Gefluche mehr nach einem Long-Line-Schlag, der als Cross verkommt. Man soll vollkommene Kontrolle über den Schläger erhalten – Wii MoitionPlus macht’s möglich. Soweit die Theorie, aber was sagt die Praxis?

Vorhand, Rückhand…Winner?!
Um den Spieler direkt an die neue Steuerungsvariante zu gewöhnen, startet Grand Slam Tennis ohne Umwege ins Training. Bevor es überhaupt ins Menü geht, sieht sich John McEnroe einer Ballmaschine gegenüber, deren Bälle er verarbeiten muss. Ihr seid John und trainiert sofort die Wii MotionPlus-Steuerung - mit passender Anleitung versteht sich. Solltet ihr genug haben, könnt ihr das Match gegen die Ballmaschine beenden und jederzeit im Menü über Training weiterführen.

Nun habt ihr ein erstes Gefühl für Wii MoitionPlus erhalten, ein Blick in die Anleitung zeigt euch, wie die richtige Schlagrichtung technisch auszuführen ist. Wie auf einem realen Tennisplatz gilt: je später ich den Ball treffe, desto mehr fliegt er noch rechts. Sprich Vorhandschläge, die die Filzkugel früh treffen, fliegen cross über den Platz, spät geschlagene Bälle landen die Linie entlang. Mittig erzielte Schlage fliegen geradeaus.
Schöne Idee, nicht ganz so schöne Ausführung. Zwar gelingt das Zielen mit MoitionPlus ganz ordentlich, allerdings nur, wenn ihr das Timing raus habt – ohne läuft nichts. Die ersten Bälle fliegen also wild über den Platz und erzielen auch den ein oder anderen Punkt, doch an ein Ausspielen des Gegners ist zu Anfang nicht zu denken.
Ihr jagt Andy Roddick zwar von links nach rechts, aber um den Ball im leeren Teil des Feldes zu platzieren und somit einen Winner zu schlagen, benötigt ihr einiges an Übung. Bis das Timing sitzt, flucht ihr also über wahllos über den Platz gedroschene Bälle und zerdeppert womöglich in John McEnroe-Manier euren Schlä…äh eure Wiimote.

Habt ihr das Gefühl erlangt, dienen euch Top Spin, Slice, gerader Schlag, Lob und Stopp, um den Gegner verrückt zu machen. Damit ihr auch wisst, was ihr grad für einen Ball geschlagen habt, zeigen euch rote, grüne und weiße Pfeile die Art des Treffers an. Lob und Stopp werden in Kombination aus Top Spin und Slice mit A- und B-Knopf erzielt. Der Aufschlag funktioniert genauso wie bei Wii Sports Tennis, der Spieler vollführt die Bewegung selbst.

Auf zum Grand Slam-Sieg
Nachdem ihr die Steuerung verinnerlicht habt (oder auch nicht), könnt ihr auf dem Platz in Show-Matches gegen die Größen der Tenniswelt antreten. Egal, ob Boris Becker, Roger Federer, Rafael Nadal oder Venus Williams – das Who-is-who des Tenniszirkus gibt sich die Ehre gegen euch. Dabei dürft ihr entweder einen der Stars wählen oder euch im Create-a-Player-Modus euren eigenen Schützling basteln. Hier stehen viele verschiedene Möglichkeiten von der Haarpracht bis zum Outfit zur Verfügung.

Habt ihr euch für einen selbst kreierten Spieler entschieden, heißt es üben, üben, üben. Denn jeder Spieler besitzt eine Sternenwertung, die seine Fähigkeit den Schläger zu schwingen, anzeigt. Logischerweise kann euer Spieler zu Anfang noch nicht viel und ist für Roger, Boris & Co. eher Kanonenfutter. Trotzdem begebt ihr auch auf Grand Slam-Tour und versucht euch die Tenniskunst anzueignen. Über kleine Show-Matches und Herausforderungen vor jedem Turnier könnt ihr Fähigkeiten gewinnen und eure Sternenwertung verbessern. Dabei gilt es möglichst viele Winner, also erzwungene Punkte, zu erzielen, um die Sterne auszufüllen. Durch Siege gegen Stars könnt ihr deren Fähigkeiten, wie Fitness, Schnelligkeit oder Vorhand erlernen und sie selbst anwenden. Zusätzlich gibt es für Siege während eines Turniers neue Ausrüstungsgegenstände, die in der Umkleide ausgewählt werden können. Darunter auch spezielle Teile, die euch nochmals in einer Fähigkeit pushen.

Tennis-Party & Online-Matches
Natürlich dürfen auch die Partygames nicht fehlen. Dabei können bis zu vier menschliche Spieler gegeneinander und miteinander antreten, der Rest kann mit Computergegnern aufgefüllt werden. Unter der Tennis-Party sind Spiele wie Spielerwechsel, Meister am Netz oder König des Courts zu finden, in denen Tennis auf immer wieder andere Weise gespielt werden darf.
Dieses Feature ist zwar nett gemeint, lässt sich für die spontane Party aber nicht allzu gut nutzen, da das Erlernen der Steuerung doch etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Grand Slam Tennis bietet euch als erstes Tennisspiel die Möglichkeit online gegen andere Spieler auf der ganzen Welt anzutreten. Erfreulich an der Sache ist, dass dies auch noch gut gelungen ist. Es gibt keine Ruckler oder Verbindungsabbrüche, sondern flüssige Matches. Dabei dürft ihr wiederum euren eigenen Spieler oder die vorgegebene Stars nutzen, um dann gegen platzierte oder unplatzierte Spieler auf der ganzen Welt um Punkte zu kämpfen und in der Weltrangliste aufzusteigen.

Mit dem Online-Modus hat EA nicht nur den Fans einen Gefallen getan, sondern ein sonst am Umfang gemessen recht übersichtliches Spiel aufgewertet. Der Online-Modus bedeutet ordentlich Spaß und zusätzliche Langzeitmotivation, neben den diversen Trophäen, die es freizuspielen gibt.


Fazit
EA verspricht viel und hält das Meiste. Zwar ist auch mit Wii MoitionPlus keinesfalls eine Steuerung mit Schlägen „wie auf dem Tennisplatz“ möglich, doch kommt das neue sensitive Steuermodul nah dran. Die Bewegungen werden tatsächlich sehr genau auf’s TV übertragen. Hat man die Bewegungen erstmal verinnerlicht, gelingen Top Spin und Slice tatsächlich besser und eingängiger als mit normaler Wiimote oder gar Standard-Controller. Von einer Revolution zu sprechen, ist jedoch zu viel des Guten. Dazu fehlt dann doch die Präzision, die eine Maus schafft. Zudem kann das Spiel zwar begeistern und auch der Online-Spaß funktioniert tadellos, doch sind Umfang und Grafik etwas mau geraten. Für einen Partyspaß benötigt die Steuerung zu viel Eingewöhnungszeit. Insgesamt serviert EA mit Grand Slam Tennis aber doch den bisher besten Tennistitel auf der Wii, der durchaus auch länger zu begeistern weiß.

 

--> by Rafael

+ Wii MoitionPlus-Unterstützung...
+ Einwandfrei funktionierender Online-Modus
+ Tennis-Größen mit Persönlichkeitsmerkmalen
+ Nette Comic-Optik der Spieler...


- ...die allerdings einige "Lernzeit" benötigt und nicht immer fehlerfrei ist
- Geringer Umfang
- Party-Spiele vorhanden, allerdings wenig partytauglich (wegen Steuerung)
- ...restliche Grafik recht detailarm

Wiikend-Wertung: 78%

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