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Ghost Squad

Genre On-Rail-Shooter
Spieler 1-4

 

Die "Karriere" eines heutigen Konsoleros hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an einem Arcade-Automaten in den großen Spielhallen dieser Welt begonnen. Sega lässt diese Zeit nun mit Ghost Squad ein Revival feiern, denn der Titel ist ein waschechtes Lightgun-Spektakel. Ob die Luzie auch vor dem heimischen Fernseher abgeht oder der Besuch einer Spielhalle doch ein Muss bleibt - schauen wir mal.

 

Mein Name ist Squad, Ghost Squad

 

So oder so ähnlich muss sich der Spieler vorkommen, wenn er Segas Titel in die Wii legt. Denn direkt zu Anfang ertönt ein stolzes „Ghost Squad" und auch während des Spiels hält der Chef einem vor Augen, das man etwas Besonders ist. Das erfolgt dann in einem englischen Slang und passt wie der übrige Sound von Waffen, Gegnern und sonstiger Umgebung in die stark Arcade-geprägte Atmosphäre. Optisch präsentiert sich die Eliteeinheit in nicht ganz so rosig. Die Engine ist von 2002 und danach sieht Ghost Squad auch aus. Das liegt aber nicht an der Leistungsmöglichkeit der Wii, sondern wohl eher daran, dass Sega bei der Portierung das Augenmerk auf die originale Arcade-Action und nicht auf die Grafik gelegt hat. Kein Vergleich also zu neueren Shootern, aber das braucht es auch nicht, denn zweckmäßig ist es allemal...und spielbar definitiv trotzdem.

1,2,3... fertig

 

Das mag man sich als Spieler zunächst denken, wenn nach drei Missionen und einer guten halben Stunde später bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert. Doch nicht zu voreilig geurteilt, es gibt noch mehr zu entdecken und deshalb zurück zum Anfang.
Als Mitglied der Ghost Squad-Truppe geht es auf die Jagd nach Indigo Wolves, einer Gruppe von Terroristen, die unterschiedlichste Ziele verfolgen. So gilt es in einer Villa Geiseln aus ihren Händen zu befreien, den Präsidenten in seiner Air-Force-One zu beschützen oder den südamerikanischen Dschungel von ihnen zu säubern.
Jede Mission dauert dabei zwar nur knapp zehn Minuten, doch sieht der Spieler dabei auch nur ein Drittel des Levels. Denn auf dem weg zum Endgegner heißt es je dreimal selbstständig den Weg wählen. Die erhöht den Widerspielwert ungemein, da neue Storyabläufe warten und der bereits durchgespielte Teil sich ebenfalls nochmals ändert.

 

Zusätzlich werden in den einzelnen Abschnitten neue Waffen, Ausrüstungen und Modi freigeschaltet, die eine Rückkehr ebenfalls versüßen können.

 

Steuern leicht gemacht

 

Die Steuerung in Ghost Squad ist trotz der nicht vorhandenen Jugendfeigabe kinderleicht. Der Charakter läuft auf festgelegten Bahnen und muss dabei nur wie wild schießen, wahlweise mit oder ohne Fadenkreuz (gibt mehr Punkte). Das ganze kann auf drei verschiednen Arten geschehen, nämlich mit der Fernbedienung (und unterschiedlicher Tastenbelegung) oder um einiges schicker mit dem Zapper. Notwendig ist dieser nicht, allerdings sieht die Jagd nach Terroristen dann auch für den Nachbarn durchs Fenster nach einem Profieinsatz aus.
Es muss jedoch nicht nur blind geschossen werden, zwischendurch kann sich der Abzug auch einmal etwas erholen. Dann kommt der Aktionsknopf zum Einsatz, wenn es Bomben oder Minen entschärfen heißt. Teilweise müssen vor dem nächsten Sturmangriff auch erst einmal ein paar Wachen per Sniper erledigt werden. Die ganzen Zusatzaufgaben wie auch die Hauptmission laufen dabei natürlich auf Zeit. Eine erfreuliche Randbemerkung noch: sterben kann man nicht, es gibt nur misslungene Einsätze, ansonsten dominiert die Continue-Funktion.

 

Damit die einzelnen Missionen auch von Erfolg gekrönt sind und noch mehr Punkte für die Highscore gesammelt werden können, gibt es vor Dienstantritt auch die Möglichkeit eines Trainings, in dem alle Handgriffe erklärt werden.

 

Der Sinn des Ganzen

 

Wer bei einer Spielhallenportierung nach dem Sinn fragt, kann den Controller lieber getrost zur Seite legen. Denn eines sollte klar sein: Ghost Squad besitzt keinen tieferen Sinn, einzig die schnelle Action und die Jagd nach Punkten und noch mehr Punkten steht im Vordergrund. Onlinevergleiche und noch mehr Erfahrungspunkte, um im Rang aufzusteigen und neue Boni zu erhalten, winken dem Spieler als "Sinn".
Wer das ganze dann noch mit drei Freunden angeht, hat einen ganzen Nachmittag lang seine pure Freude, denn im Quartett macht die Hatz nach Terroristen und Punkten für die eigene vierer Highscore auch gleich vierfach Spaß.

 

Fazit

 

Retro-Fans werden eine Wertung über 80% fordern, Freunde von Resident Evil oder PC-Ego-Shootern werden sich fragen wieso über 50% geben?! Dabei ist Ghost Squad ein grundsolider Actionspaß, der mit Grafik und Spielprinzip zwar keine Bäume ausreißt, aufgrund seiner schnellen abwechslungsreichen Ballerorgien aber durchaus vor den Bildschirm zu fesseln weiß und kurzweiligen Spaß bringt. Denn die Devise lautet hier eindeutig: Hirn aus, Fun an - und wer sich drauf einlässt hat sicherlich zwischen 2 und 4 Stunden puren Actionspaß


--> by Rafael

+ Retro-Feeling
+ Highscore-Jagd
+ Simple Steuerung + Zapper
+ Wiederspielwert durch Freispielbares
+ 4-Spieler-Modus

 

- Mit 3 Missionen deutlich zu kurz
- Preis/Leistung stimmt nicht
- Kein echter Onlinemodus

Wiikend-Wertung: 71%

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