| Genre | Beat´em Up |
| Spieler | 1-2 |
Transsylvanien. Dreizehn legendäre Krieger werden von einer unheimlichen Macht an einen mysteriösen Ort gebeamt. Der Auftrag - kämpfen. Das Ziel - siegen. Doch wer steckt hinter all dem? Und was erwartet die Kämpfer am Ende? Ein ultimativer Kampf Gut gegen Böse wird entfesselt und nur einer kann am Ende überleben.
Castlevania Judgement ist der erste NextGen-Teil der erfolgreichen Spieleserie, welcher auf Nintendos Wii erschienen ist. Wer allerdings ein stimmiges Abenteuer á la Castlevania 64 erwartet wird leider enttäuscht. Dieses Spiel ist ein reines Beat'em'Up. Mit anfangs dreizehn Kämpfern geht es an den Start, weitere vier können im Laufe des Spieles freigeschaltet werden. Vom Umfang her zieht Castlevania Judgement alle Register - Story Modus, Singleplayer, Multiplayer, Schloss Modus, Überlebensmodus. Dazu noch Artworkgalerie, Zubehör, womit man die Kämpfer ausstatten kann, diverse Schwierigkeitsgrade und Musikstücke, Konami hat sich wirklich richtig ins Zeug gelegt.
Schaut her, ihr Heerscharen
Obwohl die Videos und Screenshots einiges versprechen lassen, bietet das Game optisch kaum Höhepunkte. Die Effekte sind ganz nett gemacht, die Super-Spezialattacken sehen sehr schön aus, die Grafik an sich jedoch sieht aus wie eine billige PS2-Grafik. Die Köpfe sind kantig, die Lippen nicht synchron (auf, zu, auf, zu). Die Schauplätze hingegen sehen umwerfend aus. Draculas Schloss, Folterkammern und Turmdächer, aber auch das Schiff aus Castlevania: Legacy of Darkness (N64) und diverse neue Schauplätze sind vertreten. Diese bieten durch Umgebungs-Gefahren Nervenkitzel bis zum Ende. So schwingt z.B. in der Folterkammer ein großes Beil von der Decke, oder es schießen in unregelmßigen Abständen Stacheln aus dem Boden.
Der Soundtrack ist ganz stimmig, Rock gemischt mit klassischen Stücken und mittelalterlicher Musik, ganz Castlevania eben. Die Charaktere haben leider nicht so viel zu sagen, zu Beginn jedes Kampfes gibt es den gleichen Spruch wie vorher, davon wird man ziemlich schnell müde.
Halt, du musst DAAA lang ...
Castlevania Judgement lässt sich mit der Wiimote, dem Classic Controller und sogar dem GameCube-Controller steuern. Zu den letzten beiden Varianten sollte man auch greifen, da es sich mit der Wiimote sehr schwer bedienen lässt. Standardangriffe führt man durch schwingen der Fernbedienung aus, Spezialattacken erfordern den B-Knopf, kräftige, Deckung durchbrechende Attacken sogar noch einen Knopf mehr. Außerdem gibt es noch die Wurfgegenstände wie Messer, Äxte oder Weihwasser, die natürlich in keinem Castlevania fehlen dürfen, und in den Arenen stehen Kisten und Fässer, die man auf die Gegner werfen, oder aber ihren Inhalten entnehmen kann.
Das Lästige an diesem Spiel ist, dass man in den Arenen in jede Ecke laufen kann. (ähnlich wie Eternal Sonata, 360) Es gibt also nicht das klassische 2D-von-links-nach-rechts-Beat-em-Up-Prügeln, sondern man kann in jede beliebige Richtung angreifen und ausweichen. "Ja, ist doch ganz toll" werden sicher jetzt viele denken, aber genau das macht es ja so schwierig. Denn während man grad in einer Angriffsanimation steckt, kann man nicht mal eben die Richtung wechseln, auch, wennn der Gegner schon längst woanders ist. Hat man also erfolgreich eine Kombo ausgeführt behält man die Richtung solange bei, bis die Kombo durchgezogen ist. Das macht es schon recht schwer die Angriffe zu koordinieren und den Gegner zu besiegen. Wir sind im Endeffekt auf die Steuerung mit dem Classic Controller umgestiegen. Kein blindes Rumgefuchtel mit der Wiimote, ein Tastendruck, zwei Tastendrücke, Sache geritzt. Das Problem mit dem Richtungsändern bleibt natürlich weiterhin bestehen.
Eine Geschichte für sich
Es ist sehr schade, dass Konami für das erste NextGen-Castlevania kein Adventure rausgebracht hat. Es gibt zwar einen Story Modus, wirklich viel Story beinhaltet er jedoch nicht. Jeder Kämpfer hat eine eigene Geschichte, die leider viel zu mager ausgebaut ist. Sie besteht aus teils sehr kurzen Dialogen mit dem Gegner, welche aber nicht viel Informationen beinhalten. Auch ist der Modus nach ca. 8 Kämpfen schon wieder vorbei. Besser hingegen ist der Schloss Modus. Man startet ganz unten und muss sich Raum für Raum zu Dracula durchkämpfen. Dabei bekommt man für jeden Raum eine Aufgabe, die man zum erfolgreichen Bestehen auch absolvieren muss. So kann es ganz einfach "Besiege alle Gegner" oder "Sammle mindestens 5 Herzen" sein, oder aber teilweise sehr schwierige Sachen wie "Besiege den Gegner mit einer Super-Spezialattacke" oder "Zerschlage keine Objekte, weder du, noch die Gegner". In diesem Modus gibt es auch Bossgegner, die meist kleinere Zwischenbosse aus den bisherigen Spielen darstellen.
Viel hilft viel?
Castlevania Judgement zeigt wieder einmal: Qualität vor Quantität. Der große Umfang des Spieles macht es leider nicht wieder wett, dass das Spielprinzip sehr ermüdend ist. Sinnlose Klopperei passt einfach nicht zu Castlevania und auch die fehlende Gruselstimmung sorgt für allerlei Mismut. Wir sind dennoch gespannt auf den nächsten Teil der Serie, hoffentlich dürfen wir dann wieder in altbekannter Manier Skelette, Echsenmenschen und Vampire töten, um am Ende Dracula ein für alle Mal zu vernichten. Schon wieder.
+ großer Umfang an Spielmodi
+ schöne Musik
+ alte und neue Gesichter
- sehr schwierige und anstrengende Steuerung
- grafisch auf PS2-Niveau
- kein richtiger Story Modus
- zu wenig "warum" und "wieso"
Wiikend-Wertung: 75%
Die Bildergalerie benötigt mindestens Flash Version 9.0.28!
Bitte installieren Sie den aktuellen FlashPlayer.
Das Spiel ist gar nicht so schlecht, wie viele Test behaupten.Zu den Negativ- Punkten kann ich zustimmen.Bis auf mit der Steuerung, die ist sowas von Einfach.Mann kann auch zwischen verschiedene wechseln.
