| Genre | Point & Click Adventure |
| Spieler | 1-2 |
Bereits 1996 kam kam der erste Teil der Adventure-Reihe Baphomets Fluch auf den Markt. Schon damals war das Spiel sehr erfolgreich und konnte das Genre am Leben erhalten. Jetzt - 13 Jahre nach seinem ersten Fall - rollt George Stobbart diesen nochmals auf, allerdings als Director's Cut und auf der Wii.
Schnipp-Schnapp und neu
Schaut man ins Lexikon bekommt man zum Begriff „Director's Cut" folgende Definition: die Version setzt sich von der offiziellen (erstveröffentlichten) Variante ab und beinhaltet nun alle
ursprünglichen künstlerischen Intentionen des Regisseurs. Vorzugsweise genutzt bei besonders erfolgreichen Produkten.
Das hört sich ja schon mal gut an, denke ich mir, und starte das Abenteuer mit George nach 1996 erneut. Bereits zu Anfang kommt der Director's Cut-Effekt zum Tragen. Die Story fängt nämlich nicht,
wie bereits bekannt, mit dem Bombenanschlag in Paris an, sondern startet mit dem Mord am Giggolo Pierre, der mit Nicole Collard ein Interview verabredet hatte. Erst danach ist George an der Reihe und
die beiden Handlungsstränge treffen auf einander. Während des Spiels gibt es immer wieder solch kleine Zusätze im Handlungsablauf gegenüber der 96er-Version. Diese sind jederzeit passend und ohne
Bruch eingefügt und ermöglichen es euch mit Nicole weitere Bruchstücke des Rätsels zu lösen.
Dies ist also mal ein umgekehrter Fall auf der Wii: keine Kastration, sondern sinnvolle Erweiterung.
Noch immer ein Topteam
Die Story wurde nett ergänzt und auch sonst zeigen sich George und Nicole noch immer als Topteam. Zusammen gehen sie den Rätseln um den Mord, sowie dem Bombenanschlag auf den Grund und gelangen
immer tiefer in den Sog des Templerordens, der irgendetwas mit seinem angebeteten Götzen Baphomet plant.
Erfreulicherweise kommt das Spiel trotz seiner 13 Jahre äußerst frisch daher. Auch im Jahr 2009 reizt das 2D Point&Click-Adventure mit satten Farben, schönen Zeichnungen und gelungenen
Animationen, wenn auch die Konkurrenz um Geheimakte Tunguska oder Edna bricht aus doch jugendlicher wirkt. Die Wii-Portierung hat hier gut funktioniert und wirkt auch Dank der
Originalsprecher und einem klasse Soundtrack immer noch ansprechend. Auch die Dialoge wirken keinesfalls nervig, wenn auch teilweise ausgiebig, sondern witzig und intelligent.
Die Präsentation hat sich in der langen Zeit also nicht verändert, wie sieht es mit den Rätseln aus? Diese sind ebenfalls nicht verändert worden. Die bereits aus dem Vorgänger bekannten
Denkaufgaben sind erhalten geblieben und werden durch die Puzzles in Nicoles Part ergänzt. An Spieltiefe ist also nichts verlorenen gegangen und der Titel fesselt noch immer wie beim ersten
Mal.
Auch für die jüngeren Spieler ist der Titel eine Option, denn Baphomets Fluch gibt euch eine Rätselhilfe an die Hand. Ist eine Kopfnuss für euch einmal nicht zu knacken, schlagt ihr einfach in eurem
Notizblock nach. Dort werden alle Entwicklungen festgehalten und zudem für jedes Rätsel fünf Tipps angeboten, die euch vom groben Hinweis bis zur endgültigen Lösung begleiten. Das hilft Frust zu
vermeiden und ist optional nutzbar, wie schon im Genrevertreter Geheimakte 2. Einziges Manko an dieser Stelle ist die fehlende HotSpot-Funktion, die aber nur leicht ins Gewicht fällt.
Wii steuert es sich?
Die PC-Spieler werden sicherlich von der Maussteuerung überzeugt sein, doch auch die Bedienung per Wiimote ist nicht zu verachten. Hier geht auch vieles leicht und präzise von der Hand, nach
kurzer Eingewöhnung trifft man die gewünschten Objekte auf dem Bildschirm und kann die nutzbaren Stellen schnell identifizieren. Im Gegensatz zur Maus wird allerdings für eine lange Spielsession
etwas Muskelschmalz benötigt, da das Halten der Wiimote auf Dauer doch in Arm und Handgelenk geht - trotz angewinkelter Haltung.
Die Umsetzung der Rätsel mit der Wiimote ist allerdings nicht immer gelungen. Zwar funktioniert, in über der Hälfte der Fälle, alles reibungslos, doch gibt es gelegentlich auch Momente, in denen man
an seinen motorischen Fähigkeiten zweifelt. Muss ein Schiebepuzzle gelöst oder etwas zusammengesteckt werden, gelingt die Handhabung problemlos. Geht es allerdings an Rätsel, in denen etwas
Fingerspitzengefühl gefragt ist, kann schon mal ein Fluch entweichen, da die Steuerung dann doch nicht ganz so optimal und genau kalibriert ist. Dann ist Geduld gefragt, was die meisten
Adventure-Spieler ja ohnehin mitbringen.
Sonstige Bedienfelder wie Notizblock oder Inventar sowie deren Nutzung klappen bestens.
Neues gibt es auch hier: Wie so oft in Wii-Spielen, die nicht für zwei Spieler ausgelegt sind, kann ein zweiter Teilnehmer optional mit einer zweiten Wiimote leicht ins Geschehen eingreifen. Ihm stehen dann solch tolle Aufgaben wie Umgebung absuchen oder Interaktionsmöglichkeiten kennzeichnen. Das ist für jüngere Spieler ganz putzig, sonst aber eher nutzloser Zusatz.
Fazit
Baphomets Fluch - The Directors Cut ist eine schöne und sehr gut gelungene Portierung auf die Wii. Es wurde ausnahmsweise die Handlung einmal ergänzt, anstatt gekürzt und Fehler der Genrekonkurrenz vermieden. Steuerung und deren Einsatz sind gut umgesetzt, die Story sinnvoll abgerundet. Kleinere Macken gibt es auch in der Neuauflage des Klassikers von 1996, doch fallen diese nur gering ins Gewicht, da ansonsten alles stimmig ist. Selbst Grafik und Sound sind nach 13 Jahren noch erfrischend. Eine absolute Topwertung bleibt nur deshalb aus, da es ein Remake ist und uns kein neues Spiel geboten wird. Ein Kauf ist es dennoch in jedem Fall wert.
--> by Rafael
+ Spannende Story
+ Neue Inhalte passend eingefügt
+ Rätselhilfe für jüngere Spieler
+ Intelligente Rätsel
+ Ansprechende, witzige Dialoge
+ Schicke Optik und guter Sound
- Eigentlich nur ein Remake
- Steuerung gelegentlich etwas hakelig
- Wiimote-Einsatz auf Dauer anstrengend
- HotSpot-Anzeige fehlt
Wiikend-Wertung: 81%
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Ich habe das Spiel jetzt auch und finde es ebenfalls echt gelungen. Die Phasen mit Nicole gefallen mir nur besser da dort mehr Rätsel und weniger Text vorkommen. Was stark auffällt ist die Snychro, die ist nämlich und unterschiedlichster Qualität. Mal glasklar, mal völlig dumpf und "alt". Da wäre eine komplette neue Synchro besser gewesen. Im Director´s Cut vom Film Alien³ war das auch schon so übel.
